Asus berechnet CO2-Bilanz eines Notebooks

Das angeblich "erste CO2-neutrale Notebook" basiert auf einem simplen Trick: Asus will die Emissionen mit dem Kauf von Klima-Zertifikaten ausgleichen. Spannend sind aber die Angaben zur Klimabilanz des Geräts.

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Von
  • Christian Wölbert

Standard-Notebook mit Öko-Versprechen: Asus kauft Klimazertifikate, um die Emissionen durch das U53SD auszugleichen.

(Bild: Asus)

Asus verspricht einen Durchbruch beim Thema Green IT: Das "erste CO2-neutrale Notebook" will der Hersteller entwickelt haben. Das 15,6-Zoll-Modell U53SD komme "in seinem Produktlebenszyklus bereinigt und aufsummiert ohne CO2-Emissionen aus".

Allerdings verrät die Meldung nicht, wie Asus das schafft. Im weiteren Verlauf erfährt man lediglich, dass "energiesparende Hard- und Software" sowie die Chassis-Teile aus Bambus die CO2-Bilanz um "bis zu zehn Prozent" verringern. Wie die versprochene Klimaneutralität zustandekommt, bleibt offen.

Ein in der PR-Meldung nicht verlinktes PDF-Dokument erklärt den Trick: Asus verspricht, die durch die Notebooks verursachten Emissionen durch Investitionen in Klimaprojekte wettzumachen, und zwar mit dem Kauf von Zertifikaten beim Anbieter VCS.

Es stecken also keine technischen Neuerungen hinter dem Klimaversprechen – das Bambus-Chassis gab es schon in anderen Asus-Modellen, Energie-Management-Tools installieren fast alle Notebook-Hersteller.

Interessanter ist, dass Asus den CO2-Fußabdruck des U53SD auf 473 Kilogramm schätzt, unter Berücksichtigung von Herstellung, Transport, Nutzungsphase (fünf Jahre) und Entsorgung. Zum Vergleich: Die Kompensation dieser Menge kostet bei Anbietern wie Atmosfair rund zehn Euro. Fujitsu nennt für den Desktop-PC Esprimo E9900 eine CO2-Bilanz von 700 Kilogramm; ein Flug von Hannover nach München verursacht 130 Kilogramm CO2, eine Bahnfahrt zwischen den gleichen Städten rund 30 Kilogramm.

Asus' Rechnung zufolge verursachen die Produktion und der Transport der Notebooks rund drei Mal so viele Emissionen wie die Nutzungsphase. Für den Verbraucher heißt das: Wegen ein paar Watt weniger Leistungsaufnahme ein neues Notebook anzuschaffen, führt nicht zu einer positiven Ökobilanz. (cwo)