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Atari feiert Wiedergeburt

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Der französisch-amerikanische Spieleentwickler Infogrames Entertainment benennt sich um und firmiert künftig unter dem Namen des Pioniers der Videospiele: Atari. Die Rechte an Atari hatte sich Infogrames im Zuge der Übernahme der Computerspiel-Abteilung von Hasbro Interactive im Jahre 2001 gesichert. Infogrames gilt als größter europäischer Videospielehersteller und erwirtschaftete allein im ersten Quartal 2003 mit Programmen für PCs und Spielekonsolen einen Umsatz von 143,1 Millionen Euro.

Von der Umbenennung erhofft sich Infogrames vor allem einen höheren Bekanntheitsgrad im globalen Geschäft mit Videospielen -- bislang liegt das Unternehmen weltweit auf Platz vier der reinen Spielesoftwarehersteller. Die Namensänderung geht einher mit der Auslieferung des nächsten "Mega-Hits" der Franzosen: Vom im Mai auf den Markt kommenden Videospiel "Enter the Matrix" zum Kinofilm "The Matrix Reloaded" sollen Händler nach Unternehmensangaben bislang bereits vier Millionen Exemplare bestellt haben.

Die von Nolan Bushnell 1972 gegründete Firma Atari, die mit dem simplen Telespiel Pong Geschichte schrieb, brachte 1977 mit dem VCS 2600 die lange Zeit erfolgreichste Spielekonsole auf den Markt: Bis 1992 wurde sie mehr als 22 Millionen Mal verkauft und definierte für Jahre den vorherrschenden Standard bei Videospielen. Trotz einfacher Klötzchengrafik entfachte diese erste Heimspielkonsole mit auswechselbaren (lediglich 4 KByte großen) Spielen die Spiel- und Sammelleidenschaft von Millionen. Der Hersteller meldete Rekordumsätze im Milliardenbereich.

Mit Geschick verstand es Bushnell, die fähigsten Köpfe der Zeit für seine Zwecke einzuspannen. So programmierte beispielsweise Steve Wozniak zusammen mit Steve Jobs in nur vier Tagen das Videospiel Breakout, für das Wozniak 350 US-Dollar und Jobs 6650 US-Dollar erhielten -- das Startkapital für Apple.

Im Jahre 1978 verkaufte Bushnell Atari für 28 Millionen US-Dollar an Warner Communication -- heute AOL Time Warner. Nach einem kurzen Versuch als eigenständige Firma fusionierte Atari im Juli 1996 mit dem Festplattenhersteller JTS. Nachdem JTS 1998 pleite war, verkaufte die Firma die Atari-Rechte an Hiacxi, eine Tochtergesellschaft von Hasbro Interactive. (pmz)