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Atari kriselt

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Der US-Spieleentwickler und -distributor Atari Inc., die wichtigste Tochter der Holding Infogrames Entertainment (IESA), rutscht in die roten Zahlen: Der Umsatz ging im dritten Geschäftsquartal von 156,4 Millionen auf 100,8 Millionen US-Dollar zurück, statt eines Nettogewinns von 19,6 Millionen US-Dollar im gleichen Quartal des Vorjahrs entstand ein Verlust von 4,8 Millionen US-Dollar. Die gesamte Holding (zu der vor allem noch Atari Europe gehört) erzielte einen Umsatz von 170,8 Millionen Euro verglichen mit 215,7 Millionen Euro im gleichen Vorjahresquartal.

Die Infogrames-Holding führt die Probleme auf die Aufregung im Markt duch die Einführung neuer Techniken zurück: Wie bei anderen Spielefirmen auch meint Infogrames/Atari, die Einführung der Xbox 360 und die Planungen für die Playstation 3 und Nintendos Revolution schadeten momentan den Geschäften der Spielehersteller. Auch habe Atari in den USA weniger Titel veröffentlicht als im Vergleichszeitraum; die US-Tochter meint zudem, dass das Weihnachtsgeschäft sehr schwach gewesen sei. In Europa aber konnte Atari das Geschäft halten und bei den Umsätzen sogar um 6 Prozent zulegen.

Schlechten Geschäfte sind das eine – Atari ist aber anscheinend mittlerweile auch bei den Banken schlecht angeschrieben. Atari Inc. weist in der Mitteilung zu den Bilanzzahlen darauf hin, dass HSBC Business Credit die Kreditlinie der Firma nicht erweitern werde. Man sei nach den Angaben der Bank mit verschiedenen Verpflichtungen unter der gegenwärtigen Kreditlinie in Verzug. Die ausstehenden Zahlungen seien aber bis zum 9. Februar alle erfolgt.

Die finanziellen Schwierigkeiten und die Vorbehalte der Bank würden die Fähigkeit der Firma, ihre Geschäfte fortzuführen, in Frage stellen. Man habe aber bereits Schritte unternommen, um die finanzielle Situation zu verbessern. So überprüfe man die Möglichkeit einer Umschuldung, die Lizenzierung oder den Verkauf von geistigem Eigentum sowie den Verkauf oder die Schließung von Entwicklungsstudios. (jk)