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Athlon 3000G: AMDs günstigster Zen-Prozessor für Office-PCs

AMD erlaubt zum ersten Mal das Übertakten eines Athlon-Prozessors aus der Zen-Familie per offenem Multiplikator.

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(Bild: Mark Mantel / heise online)

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AMD stellt seinen bislang günstigsten Prozessor innerhalb der 3000er-Serie vor: den Athlon 3000G. In ihm stecken zwei Zen-Kerne mit Simultaneous Multithreading (SMT; 4 Threads) und drei Vega-Compute-Units beziehungsweise 192 Shader-Rechenkernen. Anders als es die Produktbezeichnung vermuten lässt, gehört der Athlon 3000G der ersten Zen-Generation an. Mit einem Preisschild von 49 US-Dollar beziehungsweise 53 Euro ist der Prozessor für Office-PCs gedacht. Grafisch sehr simple Titel sollen laut AMD noch laufen.

Die zwei Rechenkerne des Athlon 3000G arbeiten unter Last mit 3,5 GHz und die integrierte GPU darf sich auf bis zu 1000 MHz beschleunigen. Damit entsprechen die Daten des Kombiprozessors einem Athlon 240GE aus der letzten Generation. AMD nimmt jedoch zwei Änderungen vor, die den Athlon 3000G attraktiver machen: Die Preisempfehlung sinkt um knapp 30 US-Dollar, womit der Athlon 3000G sogar etwas günstiger ist als der Athlon 200GE (55 US-Dollar).

Prozessor Kerne / Threads Basis- / Boost-Takt L3-Cache GPU TDP Preis
Ryzen 5 3600 6 / 12 3,6 / 4,2 GHz 32 MByte - 65 W 210 €
Ryzen 5 3400G 4 / 8 3,7 / 4,2 GHz 4 MByte Vega 11 65 W 160 €
Ryzen 3 3200G 4 / 4 3,6 / 4,0 GHz 4 MByte Vega 8 65 W 106 €
Athlon 3000G 2 / 4 3,5 / - GHz 4 MByte Vega 3 35 W 53 €
Athlon 200GE 2 / 4 3,2 / - GHz 4 MByte Vega 3 35 W 55 €

Zudem lässt AMD den Multiplikator offen, sodass Nutzer den Athlon 3000G übertakten können. Weil der Prozessor mit 3,5 GHz recht niedrig taktet und keinen Boost-Modus aufweist, soll sich der CPU-Takt um mehrere Hundert Megahertz anheben lassen. Die Thermal Design Power (TDP) liegt zwar bei 35 Watt, der beiliegende CPU-Kühler ist laut AMD aber für 45-Watt-Prozessoren ausgelegt und bietet daher noch etwas Übertaktungsreserve.

In Benchmarks ist der Athlon 3000G etwas schneller als der Vorgängerprozessor Athlon 200GE. Im Render-Benchmark Cinebench R20 schafft der Athlon 3000G gut 20 Prozent Prozent mehr Punkte. Im Grafik-Benchmark 3DMark Fire Strike fällt das Gesamtplus mit 7 Prozent geringer aus, weil das Powerlimit von 42 Watt die Taktfrequenzen begrenzt. Intels ähnlich teurer Celeron G4900 ist deutlich abgeschlagen, weil der Zweikerner kein Hyper-Threading beherrscht, also nur zwei Threads gleichzeitig abarbeiten kann, und eine kleinere GPU hat.

Das Testsystem mit Athlon 3000G, MSI B450M Mortar, 2 × 8 GByte DDR4-2666-RAM nimmt unter Volllast mit den Stabilitäts-Tools Prime95 und Furmark knapp 75 Watt auf – wegen der höheren Spannung etwas mehr als mit dem Athlon 200GE. Bei normaler 3D-Last mit dem Grafiktest vom 3DMark Fire Strike zieht der PC rund 50 Watt aus der Steckdose. Für Office-PCs liegt das im Rahmen. Schade ist die leicht gestiegene Leistungsaufnahme bei geringer Last.

Prozessor Cinebench R20 3DMark Fire Strike Leistungsaufnahme
1T* MT* Grafik Physik Gesamt Leerlauf Prime95 + Furmark Fire Strike
Athlon 3000G 352 890 1504 6240 1364 23,8 W 72,4 W 52,6 W
Athlon 200GE 277 733 1385 5522 1280 18,7 W 65,2 W 50,2 W
*1T = Singlethreading, MT = Multithreading

Entgegen früherer Aussagen von AMD-Mitarbeitern stellt der Athlon 3000G keinen Zen+-Refresh mit 12-Nanometer-Technik dar, sondern läuft bei Globalfoundries mit Strukturbreiten von 14 nm vom Band. Da die Zen-Kombiprozessoren schon 2017 Verbesserungen der Ryzen-2000-CPUs erhalten haben, büßt der Athlon 3000G dadurch lediglich etwas Taktpotenzial ein.

Für die Zweikerner mit Vega-3-GPU produziert AMD einen eigenen Siliziumchip. Die Vierkerner Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G mit größerem Die werden in 12 nm gefertigt und zeigen sich deswegen ein bisschen taktfreudiger.

Der Athlon 3000G stellt keine Revolution unter den Billig-Prozessoren dar, legt aber noch mal eine Schippe auf den Vorgänger Athlon 200G drauf. Zusammen mit einem A320-Mainboard und 8 beziehungsweise 16 GByte Arbeitsspeicher erhalten Käufer einen potenten Office-PC.

Intel bietet im Bereich von 50 Euro den Celeron G4900 mit zwei CPU-Kernen (ohne Hyper-Threading; 2 Threads) und UHD Graphics 610 an. Die Rechenkerne des Athlon 3000G sind ähnlich schnell, die GPU fällt bei AMD aber potenter aus. SMT mit vier Threads ist ein weiterer Pluspunkt für AMD.

(mma)