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Athlon 4 auf dem Prüfstand

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Gerüchte über einen neuen Athlon-Prozessor mit Codenamen Palomino gingen schon seit dem Herbst um, ohne dass ans Licht kam, was eigentlich dahinter steckt. Mit Vorstellung des Mobile Athlon 4 hat AMD die Neuerungen bekannt gegeben: Allein das Data Prefetching und die vergrößerte TLB des Palomino-Prozessorkerns sollen eine Leistungssteigerung um bis zu 15 Prozent gegenüber dem aktuellen Athlon-Prozessor (mit "Thunderbird"-Kern) bringen.

Eigentlich kann ein Vergleich zwischen Thunderbird und Palomino nicht funktionieren, da der Palomino derzeit nur in der Notebook-Version zu haben ist, dort Mobile Athlon 4 genannt. Die Desktop-Version soll erst im zweiten Halbjahr erscheinen, lediglich die Workstation- und Server-Version will AMD etwas eher vorstellen, vermutlich im Juni. Doch AMD sagt, dass in allen drei Versionen der gleiche Kern stecke, lediglich die Dual-Fähigkeit und die Stromspartechnik PowerNow! seien nicht in allen Versionen vorhanden.

So konnte die c't-Redaktion ein Desktop-System zusammenstellen, das in den technischen Daten etwa dem Compaq Presario 1200 entspricht, einem der ersten angekündigten Notebooks mit Athlon 4. Wir verwendeten das Mainboard Asus A7V133 (Chipsatz VIA KT133A) mit einem Palomino-fähigen BIOS und 128 MByte PC100-Speicher (2-2-2-Timing). Als Grafikkarte setzten wir die Asus V7100 mit dem GeForce-MX-Chip von NVidia ein. Die Grafikleistung entspricht damit ungefähr dem Notebook-Chip GeForce 2 go. In dem Compaq-Notebook wird allerdings wohl ein langsamerer Grafikchip von ATI stecken. In dem selben System setzten wir zur Vergleichsmessung einen aktuellen Athlon mit Thunderbird-Kern ein. Beide Prozessoren takteten wir mit FSB200 und Multiplikator 10, also mit 1 GHz.

Zum Vergleich mit der Intel-Mobile-Konkurrenz zogen wir das brandneue Dell-Notebook Inspiron 8000 heran (siehe Test in c't 10/2001, S. 98). Es arbeitet mit dem Intel Mobile Pentium III mit 1 GHz (Coppermine-Kern) und dem i815-Chipsatz. Hier kommt ebenfalls 128 MByte PC100-Speicher mit schnellem 2-2-2-Timing zum Einsatz. Wir haben das Gerät einmal mit der GeForce 2 go-Grafik und einmal mit der ATI-Grafik gemessen.

Prozessorkern Grafik 3DMark Quake 3 Unreal PovRay C3D Sysmark
AMD Palomino GeForce MX 5462 133 42 808 13,9 190
AMD Thunderbird GeForce MX 5296 124 40 800 13,0 186
Intel Coppermine GeForce 2 go 5216 114 38 698 11,2 154
Intel Coppermine ATI Rage 3075 95 37 698 11,3 156

3DMark: MadOnion 3DMark 2000, Version 1.1, Auflösung 800 x 600 x 16, Optimierung für Athlon bzw. Pentium III
Quake 3: Version 1.11, "fastest"
Unreal: Unreal Tournament, "utbench", Patch 4.20, Auflösung 640 x 480 x 16
PovRay: PovRay 3.1, chess2.pov, 320 x 240 Punkte, noAA
C3D: CineBench 2000, Raytracing
Sysmark: MadOnion BAPCo SYSMark 2000, Auflösung 1024 x 768 x 32

Das Ergebnis enttäuscht ein wenig: Maximal 7 Prozent Vorsprung – und das bei einem Spiel. Damit gehören diese Benchmarks wohl nicht zu der Software, die besonders viel vom optimierten Palomino-Kern profitieren. Das Data-Prefetching kann wohl erst auf Systemen mit schnellerem Speicher (Double-Data-Rate-Interface) seine Vorzüge so richtig ausspielen, aber DDR-Speicher wird wohl in den ersten Notebooks nicht zu finden sein. Immerhin gelingt es dem Mobile Athlon 4, den Mobile Pentium III zu überholen und sich damit als der schnellste Notebook-Prozessor zu erweisen.

Weitere Einzelheiten zum Palomino-Kern und dessen Verbesserungen wie den SSE-Befehlen finden Sie in c't 11/2001 (ab Montag am Kiosk).