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Technology Review

Atom-Batterie für Insekten-Roboter

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Amit Lal und Steven Tin von der Cornell University haben eine radioaktive, mikromechanische Stromversorgung entwickelt, die die Fernsteuerung von Cyborg-Insekten mit Energie versorgen soll. Die Wissenschaftler stellten das Gerät im Rahmen der Fachtagung IEDM Anfang Dezember in Baltimore vor, berichtet das Magazin IEEE Spectrum in seiner Online-Ausgabe.

Ferngesteuerte Insekten sollen beispielsweise für das Militär verwendet werden - und sind keine Science Fiction mehr: Wissenschaftler des von der US-Forschungsagentur DARPA finanzierten HI-MEMS-Projektes hatten beispielsweise im Februar diesen Jahres gezeigt, dass sie Riesenkäfer der Art Cotinis texana nicht nur bereits im Larven-Stadium mit implantierten Elektroden und einen Funkempfänger ausstatten, sondern das Tier auch mit Hilfe einfacher Impulsen fernsteuern konnten.

Die von Lal und Tin entwickelte Stromversorgung soll nun wesentlich länger halten und auch die Steuerung kleinerer Insekten ermöglichen. Den Prototypen einer solchen Batterie hatte Lal bereits 2004 vorgestellt: Er besteht im wesentlichen aus einer mit einem radioaktiven Nickel-Isotop angereicherten Schicht und einem Piezo-Element. Die von der radioaktiven Nickel-Schicht emittierten Elektronen laden einen Silizium-Hebel negativ auf, der sich daraufhin in Richtung der positiv geladenen Nickel-Schicht biegt. Beim Kontakt zwischen Hebel und Nickel-Elektrode können die Ladungen abfließen und der Hebel biegt sich zurück. Die mechanische Energie wird über ein Piezo-Element in elektrische Energie umgewandelt. (wst)

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