Menü

Atomkraft: Luxemburg bietet Frankreich Geld für Abschaltung des AKW Cattenom

Sollte es ein Problem in dem grenznahen französischen Kraftwerk Cattenom geben, dann drohe das Großherzogtum "von der Landkarte gewischt zu werden", sagte Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel.

Atomkraft: Luxemburg bietet Frankreich Geld für Abschaltung des AKW Cattenom

Luxemburg sieht seine gesamte Existenz von einem französischen Atomkraftwerk bedroht. Sollte es ein Problem in dem grenznahen französischen Kraftwerk Cattenom geben, dann drohe das Großherzogtum "von der Landkarte gewischt zu werden", sagte Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Manuel Valls in Luxemburg. Sein Land würde sich finanziell daran beteiligen, wenn das AKW abgeschaltet würde, heißt es in Medienberichten. "Botschaft angekommen", sagte Valls demnach, stellte aber kein konkretes Abschaltdatum in Aussicht.

Das AKW Cattenom ist seit Mitte der 1980er Jahre in Betrieb. Es liegt nahe der Grenze zu Luxemburg und Deutschland. Ursprünglich sollte es bis 2026 abgeschaltet werden, die Laufzeit wurde aber vor Kurzem verlängert. In Frankreich kommen etwa 75 Prozent des produzierten Stroms aus Atomkraftwerken. Dieser Anteil soll bis 2025 auf 50 Prozent sinken.

Anzeige

In Luxemburg lief im März eine Petition zu dem AKW, die innerhalb kurzer Zeit die erforderliche Zahl von 4500 Unterschriften erreichte, damit zu dem Thema eine öffentliche Anhörung im dortigen Parlament stattfindet. Der Bittsteller hatte moniert, dass es in Cattenom permanent zu Störfällen komme und es an einer transparenten Kommunikation mangele. Es sei zu befürchten, dass die Fälle, die öffentlich werden, nicht der ganzen Wahrheit entsprächen.

Zum französischen Atomkraftwerk Fessenheim, das ebenfalls im Grenzgebiet zu Deutschland liegt, hieß es zuletzt von der französischen Wohnungsbauministerin Emmanuelle Cosse, dass es noch in diesem Jahr vom Netz gehen werde. Umweltministerin Ségolène Royal mochte sich hingegen noch nicht festlegen.

Bei der Umwandlung des Standortes Fessenheim wollen Frankreich und Deutschland zusammenarbeiten. Royal will den US-Elektroauto-Hersteller Tesla davon überzeugen, sich in Fessenheim niederzulassen. In den kommenden Tagen sollen bereits erste Gespräche mit Tesla-Verantwortlichen stattfinden. Darüber hinaus wird die Ansiedlung einer Akku-Fabrik erwogen.

(anw)

Anzeige