Atomkraft wird weltweit unbedeutender

Weltweit gibt es einige Neubauprojekte für Atomkraftwerke. Deutschland sollte sie nicht unterstützten, meint das DIW.

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Anzahl der AKW-Neubauprojekte weltweit 1951 bis 2019.

(Bild: DIW Berlin)

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Auch vor dem Hintergrund des Klimawandels und der dadurch notwendigen Reduktion von Treibhausgasen wird derzeit verstärkt wieder über den Einsatz von Atomkraft diskutiert. Eine Analyse aktueller Rückbau- und Neubauprojekte offenbart allerdings weltweit einen rückläufigen Trend bei der Atomkraft, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) festgestellt.

Deutschland sollte in internationalen Organisationen auch darauf hinwirken, dass sie einen Neueinstieg in die Atomkraft nicht unterstützen, rät das DIW. "Anstatt den Einstieg neuer Länder in Atomkraft zu fördern, sollte der Fokus auf die Durchsetzung von Sicherheitsstandards sowie ungelöste Fragen des Rückbaus von Atomkraftwerken und der Langfristlagerung für atomare Abfälle gelegt werden."

Für ihren Bericht zu " Ausbauplänen von Newcomer-Ländern " hat das DIW die Situation in den vier Ländern analysiert, in denen der Atomeinstieg angeblich diskutiert wird: VAE, Weißrussland, Türkei und Bangladesch. Die Neubauten dort stünden unter großen technischen und finanziellen Mühen. Auch hätten Länder, die als potenzielle Neueinsteiger klassifiziert werden, tendenziell geringere demokratische Freiheiten.

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Das Angebot an Atomkrafttechnik habe sich von vormaliger US-Dominanz insbesondere in Richtung Russland verschoben. Nach dem Rückzug westlicher Anbieter betreibe Russland eine offensive Atom-Diplomatie und versuche, seinen geopolitischen Einfluss durch Vertrieb von Atomkraft zu stärken.