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Attentat in Dallas: Polizei tötete Verdächtigen mit Bombenroboter

Einer der mutmaßlichen Heckenschützen von Dallas wurde mit einem Sprengsatz getötet, der mittels eines Bombenräumungsroboters zu ihm gefahren wurde. Es könnte der erste tödliche Einsatz eines Roboters durch die US-Polizei gewesen sein.

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Ein Marcbot

(Bild: army.mil (CC BY 2.0))

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Die US-Polizei hat einen der Verdächtigen, die während einer Demonstration in Dallas Polizisten beschossen und getötet haben sollen, mittels eines Roboters mit Sprengsatz getötet. Der bewaffnete Verdächtige hatte sich den Angaben nach im Parkhaus einer Hochschule verschanzt, die Verhandlungen seien erfolglos geblieben, zuletzt sei es zu einem Schusswechsel gekommen. Die Polizei stattete daraufhin einen fahrbaren, ferngesteuerten Bombenräumungsroboter mit einem Sprengsatz aus, der dann nach Ankunft im Zielgebiet zur Detonation gebracht wurde.

Polizeichef David Brown erklärte, es habe keine andere Möglichkeit gegeben, alles andere hätte Polizeibeamte gefährdet. Während der stundenlangen Verhandlungen mit dem später getöteten Verdächtigen habe der Mann gesagt, er habe Weiße und vor allem weiße Polizisten töten wollen. Zugleich habe er sich aber auch gegen die Schwarzenbewegung „Black Lives Matter“ gestellt. Der Mann sei an den Folgen der Explosion gestorben, sagte Brown.

Dem Sicherheits-Experten Peter W. Singer nach dürfte es der erste tödliche Einsatz eines Roboters durch die US-Polizei gewesen sein. Ihm zufolge sollen allerdings US-Truppen im Irak Modelle des zur Aufklärung gedachten Typs Marcbot schon ähnlich eingesetzt haben. NBC erwähnt in einem Bericht einen vergleichbaren Einsatz eines Sonderkommandos der US-Polizei (SWAT) im Jahr 2014. Der entscheidende Unterschied: In diesem Fall brachte der Roboter statt eines Sprengsatzes nur chemische Reizkampfstoffe, die den Verdächtigen schließlich zur Aufgabe zwangen.

Während eines Protestmarschs gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Dallas haben Heckenschützen insgesamt fünf Polizisten getötet. Mindestens sieben weitere sowie zwei Zivilisten seien verletzt worden, teilten die Behörden der texanischen Großstadt am Freitag mit. Anlass des Protestmarsches, bei dem die Schüsse fielen, war der Tod von zwei Afroamerikanern, die innerhalb von zwei Tagen in anderen US-Städten durch Polizeischüsse ums Leben gekommen waren.

Drei weitere Verdächtige wurden festgenommen. Die Polizei geht aus davon, dass die Festgenommenen zusammengearbeitet haben. Die Täter seien mit schnellladenden Gewehren ausgestattet gewesen und hätten sehr professionell gehandelt. Der konkrete Hintergrund der Tat ist noch unklar. (Mit Material der dpa) / (axk)