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Auch Ford klagt gegen Eric Corley

Zusätzlich zu dem Grundsatzprozess mit der US-Filmindustrie wegen der Veröffentlichung des Programms DeCSS hat der Betreiber von 2600.com jetzt auch noch eine Klage der Ford Motor Company am Hals. Eric Corley, der im Internet gern unter dem Pseudonym "Emmanuel Goldstein" auftritt, dem Namen des Oppositionsführers in Orwells "1984", soll das Markenzeichen des Autoherstellers missbraucht haben.

Grund für die Klage ist eine Domain namens "fuckgeneralmotors.com", die auf Corley registriert ist. Wer diese Adresse ansteuert, gelangt auf die offizielle Website des General-Motors-Konkurrenten. Internet-Aktivist Corley hat sich eine ganze Reihe solcher "fuck..."-Domainnamen reserviert, um irgendwann Plattformen für Verbraucherbeschwerden über Firmen einzurichten. Mit der Umleitung der General Motors zugedachten Adresse auf Ford wollte er die Wartezeit provisorisch überbrücken. Corley findet das witzig, aber "Ford is not amused", berichtet die New York Times.

Rechtsanwalt Eric C. Grimm, der Corley auch gegen die Filmindustrie zur Seite steht, räumt der Klage des Autogiganten wenig Erfolgsaussichten ein. Auch ein Hyperlink-Scherz falle unter das "First Amendment", der das Recht auf Redefreiheit in der US-Verfassung verankert. Corley meint, das sei nun mal eine neue Form von Humor in dem ausdrucksvollen Medium Web, das vor 1992 noch gar nicht existiert habe.

Im DeCSS-Prozess feilen die Kontrahenten unterdessen an neuen Stellungnahmen, die das Gericht überraschenderweise erbeten hat. Sie sollen darlegen beziehungsweise widerlegen, dass die Verbreitung von Software vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt ist. DeCSS ist ein Windows-Programm, das den Kopierschutz von DVD-Videos unterwandert und die Filme unverschlüsselt auf die Festplatte schreibt. Acht US-Filmstudios haben Corley wegen der Verbreitung des Programms auf 2600.com verklagt. (cp)

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