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Auch Infineon und andere kappen teilweise Geschäftsbeziehungen zu Huawei

Immer mehr Firmen stellen ihre Lieferungen an Huawei ein, einem Bericht zufolge auch Infineon. Die US-Blockade scheint also auch außerhalb der USA zu wirken.

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Der deutsche Chipkonzern Infineon hat einige Auslieferungen an Huawei eingestellt, womit das Vorgehen der US-Regierung gegen den chinesischen TK-Ausrüster auch bereits Auswirkungen außerhalb der USA hätte. "Die große Mehrzahl" an Produkten, die Infineon an Huawei liefere, fallen jedoch nicht unter die neuen Regelungen und würden weiter ausgeliefert, teilte das Unternehmen gegenüber heise online mit. In den USA hergestellte Produkte würden aber nicht mehr an Huawei geliefert.

Zuvor hatte die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei unter Berufung auf zwei nicht genannte Quellen von einem kompletten Auslieferungsstopp berichtet. Infineon erklärte nun, dass man jede Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen beobachten werde. Zuvor hatte Google angekündigt, die Geschäftsbeziehungen zu Huawei einzustellen und damit für Aufsehen gesorgt.

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Nikkei hatte berichtet, dass Infineon die Lieferungen gestoppt habe, bevor die Situation intern abschließend geklärt worden sei. Dazu sollte es in dieser Woche Treffen geben und es sei nicht klar, ob das Unternehmen die Lieferungen wieder aufnehmen könnte, sollten die juristischen Fragen beantwortet sein. Infineon macht demnach rund 100 Millionen US-Dollar Umsatz mit Huawei. Das ist zwar nur ein sehr geringer Teil des Gesamtumsatzes von mehr als 7 Milliarden Euro. Trotzdem hätte ein Ende der Geschäftsbeziehungen zu Huawei darauf hingedeutet, dass dem US-Vorstoß gegen den chinesischen Konzern auch außerhalb der USA gefolgt wird.

Laut Nikkei haben auch die US-Unternehmen Micron Technology und Western Digital ihre Lieferungen an Huawei gestoppt. Bei ST Microelectronics soll im Verlauf der Woche entschieden werden, ob ein ähnlicher Schritt unternommen werden soll. TSMC will demnach vorerst weiter an Huawei liefern, die Fortsetzung der Geschäftsbeziehungen aber ebenfalls prüfen. Bei anderen Zulieferern wie Toshiba und Japan Display würde das ebenfalls getan. Huawei selbst gibt sich demnach zuversichtlich. Man sei vorbereitet und habe Vorräte für mehrere Monate angelegt.

Hintergrund des massiven Vorgehens gegen Huawei ist der vergangene Woche verhängte Telekommunikationsnotstand der US-Regierung. Im Zuge dessen hatte Präsident Trump Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren wolle, müsse dafür künftig eine Lizenz erwerben. Diese könne verweigert werden, wenn nationale Sicherheitsinteressen berührt seien. US-Behörden verdächtigen Huawei, Spionage für die chinesische Regierung zu betreiben.

[Update 20.05.2019 – 13:05 Uhr] Infineon hat den Bericht größtenteils zurückgewiesen. Die Meldung wurde entsprechend überarbeitet. (mho)