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Auch Mousse T. und Kollegen vertrauen auf die P2P-Fahnder von Logistep

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Offenbar erfreut sich die Strafanzeigen-Maschine des Schweizer Unternehmens Logistep wachsender Beliebtheit bei der Musikindustrie. Nach dem Frankfurter Musiklabel 3p hat nun auch die Hannoveraner Produktionsfirma Peppermint Jam Records Logistep beauftragt, in P2P-Tauschbörsen nach urheberrechtlich geschützten Werken zu suchen. In Abmahnungen an eMule-Nutzer erklärt die für Logistep arbeitende Anwaltskanzlei Schutt+Waetke, Peppermint Jam lasse gezielt nach der Verbreitung von aktueller Musik der Künstler Mousse T, Roachfoard und Warren G fahnden.

Im Gespräch mit heise online bestätigte Wolfgang Sick, Geschäftsführer von Peppermint Jam, die Bauftragung von Logistep: "Wir betrachten deren Arbeitsweise als eine gute Möglichkeit, ein überfälliges Unrechtsbewusstsein bei den Internet-Nutzern zu schaffen", erklärte er. Dass gegen die per IP-Adresse ermittelten Tauscher ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet werde, um an ihre persönlichen Daten zu kommen, ließe sich eben nicht verhindern. Und wenn übereifrige Staatsanwaltschaften in Folge der Massenstrafanzeigen Hausdurchsuchungen durchführen lassen, sei das "eben in Einzelfällen" so. Die Lage werde eine andere, wenn mit der Urheberrechtsnovelle ein zivilrechtlicher Auskunftsanspruch an die Provider komme.

Die Kanzlei Schutt+Waetke verlangt neben einer Art nachträglicher Urheberrechtsabgabe von 50 Euro für den Upload einer Datei auch 250 Euro Bearbeitungspauschale vom angeblich überführten P2P-Nutzer. Mit dieser Summe sieht Sick "die Verhältnismäßigkeit voll gewahrt. Das sind Warnschüsse, und so möchten wir das auch verstanden wissen".

Mousse T, Musiker, Produzent und Mitgründer von Peppermint Jam, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einem Interview mit c't (Heft 19/2002, S. 100) äußerte er zuletzt zum Thema Tauschbörsen: "Mir wurde erzählt, dass es 'Gourmet de Funk' (sein damals aktuelles Album, Anm. d. Red.) da schon lange gibt. Ich finde es einerseits ganz in Ordnung. Die Leute können sich das Album da anhören, und wenn es ihnen gefällt, sollen sie es sich kaufen. Andererseits denke ich mir dann 'Mensch, da leidet die Musikindustrie natürlich schon drunter'." (hob)

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