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Audi vernetzt seine Autos nun auch in Deutschland mit Ampeln

Entspannt und effizient sollen Audifahrer durch den Verkehr kommen mit Hilfe der Technik "Ampelinformation".

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Ampeln und ihre Phasen sollen für Audifahrer demnächst nicht mehr rätselhaft sein.

(Bild: Audi)

Audi will nun auch in Deutschland eine Technik installieren, die seit zweieinhalb Jahren bereits in den USA für entspanntes und effizienteres Fahren sorgen soll: den Vehicle-to-Infrastructure-Service (V2I) "Ampelinformation". Ab Juli will der Autohersteller neue Modelle mit den Ampeln in Ingolstadt vernetzen; weitere europäische Städte sollen ab 2020 folgen.

Die Audi-Fahrer sollen im Cockpit sehen können, bei welcher Geschwindigkeit sie die nächste grüne Ampel erreichen, "Green Light Optimized Speed Advisory" (GLOSA) genannt. Wenn das wegen eines Tempolimits nicht möglich ist, zählt ein Countdown im "Audi virtual cockpit" oder auf dem Head-up-Display bis zur nächsten Grünphase. "In Zukunft können die anonymisierten Daten unserer Autos dabei helfen, Ampeln in Städten besser zu schalten und den Verkehrsfluss zu optimieren", erläutert Andre Hainzlmaier, Leiter Entwicklung Apps, Connected Services und Smart City bei Audi.

Die Technik dafür hatte Audi Ende 2016 in den USA eingeführt. Dort kooperieren die Deutschen mit dem Unternehmen Traffic Technology Services (TTS) aus Delaware, die nun auch in Deutschland Audi-Partner sein werden. Das Auto erhält vom TTS-Verkehrssteuerungssystem in Echtzeit via LTE ständig Informationen über die jeweiligen Ampelzustände. Dort heißt die Funktion inzwischen "Time-to-Green" und ist an über 5000 Kreuzungen in den USA verfügbar, darunter in Denver, Houston, Las Vegas, Los Angeles, Portland und Washington D.C. Allein in der US-Hauptstadt seien rund 1000 Kreuzungen mit "Ampelinformation" vernetzt, schildert Audi.

"Time-to-Green" und GLOSA sollen zunächst im Audi e-tron, A4, A6, A7, A8, Q3, Q7 und Q8 installiert sein, die ab Mitte Juli produziert werden werden. Voraussetzung ist das Paket "Audi connect Navigation & Infotainment" sowie die optionale "kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung".

Hierzulande kommt Audi später mit der Technik, weil die Herausforderungen für die Serieneinführung in den USA geringer seien, argumentiert das Unternehmen. Urbane Ampelsysteme seien dort großflächig und einheitlich geplant worden, während sich die Verkehrsinfrastruktur in Europa eher lokal und dezentral entwickelt habe.

Audis Firmenschwester VW arbeitet zusammen mit Siemens an einem System, bei dem Verkehrssignalanlagen die Ampelphasen im lokalen Umfeld über WLANp (ITS-G5) aussenden. (anw)