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Audio-CDs: Kopien für Privatgebrauch erlaubt

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Entgegen immer wiederkehrenden Behauptungen ist es erlaubt, geliehene Audio-CDs für den privaten Gebrauch zu kopieren. Wo aber endet der "private Gebrauch"? Urheberrechts-Experten und Musikindustrie sind da unterschiedlicher Meinung.

"Der Download von Musikdateien aus dem Netz zur rein privaten Nutzung ist legal", meint der Urheberrechtsexperte Professor Dr. Dietrich Harke in einem Beitrag für c't. Für bestimmte private Kopiervorgänge erteile der Gesetzgeber eine vergütungsfreie gesetzliche Lizenz. Im Gegenzug müssen Hersteller und Importeure eine auf Geräte und leere Tonträger erhobene Abgabe zahlen. Bei Musik müssen die Vorlagen seiner Auffassung nach nicht einmal urheberrechtlich korrekt lizenziert sein, wie das bei Software der Fall ist.

Der Rechtsexperte der Internationalen Föderation der Phonographischen Industrie, Dr. Thorsten Braun, ist da natürlich völlig anderer Meinung: "Was illegal angeboten wird, kann nicht rechtmäßig kopiert werden, selbst wenn die Kopie für den privaten Gebrauch bestimmt ist", erklärte er gegenüber c't. Das gelte für MP3-Dateien und auch für CD-Raubkopien.

Auch beim Verschenken von kopierten CDs scheiden sich die Geister. Nach der liberalen Position des Urheberrechts-Experten kann man die Kopien verschenken, sofern eine persönliche Beziehung zu den beschenkten Personen besteht. Im Gegensatz dazu vertritt die IFPI die Auffassung, dass im Fall des Schenkens die Kopie nicht für den privaten eigenen Gebrauch produziert wird, sondern für den Gebrauch durch einen anderen.

Nun kann sich eigentlich jeder aussuchen, welche Auffassung ihm lieber ist -- die Rechtsunsicherheit bleibt, was unter "privatem Gebrauch" zu verstehen ist, und geht zu Lasten der Anwender.

Einen ausführlichen Bericht zur Rechtslage bei Kopien von Audio-CDs bringt c't in der Ausgabe 5/2000 (ab dem 28. Februar im Handel). (jk)