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Audiogalaxy einigt sich mit der Musikindustrie

Weniger als einen Monat nach Einreichung der Klage hat die US-Musikindustrie ihren Rechtsstreit mit der MP3-Tauschbörse Audiogalaxy.com beigelegt. Beide Parteien konnten sich am vergangenen Samstag auf einen außergerichtlichen Vergleich einigen. Demnach wird Audiogalaxy seinen Tauschbörsenbetrieb in der jetzigen Form einstellen.

Aus einer am Montagabend verbreiteten Erklärung der Recording Industry Association of America (RIAA) geht hervor, dass Audiogalaxy sich dazu verpflichtet, sein Tauschangebot auf ein Opt-In-Modell umzustellen. Damit kann die Tauschbörse in Zukunft nur noch Musik anbieten, deren Rechteinhaber einer Verbreitung über das Peer-to-Peer-Netzwerk ausdrücklich zugestimmt haben. Bisher bot Audiogalaxy Plattenfirmen an, ihre Tracks nach einer entsprechenden Mitteilung aus dem Tauschbetrieb auszuschließen. Audiogalaxy-Nutzer haben jedoch immer wieder Wege gefunden, diese Sperrungen zu umgehen. Die dazu eingesetzte Filtertechnologie wurde deshalb von der Musikindustrie als "komplett wirkungslos" bezeichnet.

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Die Einigung umfasst der RIAA zufolge auch die Zahlung eines nicht genauer bezeichneten Geldbetrags an die Plattenfirmen und Musikverleger. Zu genaueren Details dieser Entschädigung wollte am Montag keine der Parteien Stellung nehmen. Ein mit dem Verfahren vertrauter Branchenkenner berichtete jedoch gegenüber heise.de von eher kuriosen Konditionen. So habe sich Audiogalaxy zusätzlich zu einer recht moderaten Geldzahlung zur Übergabe von zehn Servern an die RIAA bereit erklärt.

Offenbar hat Audiogalaxy prompt auf die Einigung mit der Musikindustrie reagiert. Bereits am späten Montagabend wurde praktisch der gesamte Index der Tauschbörse gesperrt. Nutzer, die zu diesem Zeitpunkt Dateien übertrugen, berichteten, dass ihr Queue offensichtlich Server-seitig gelöscht wurde. Die ebenfalls von Audiogalaxy angebotene FTP-Suchfunktion ist nach Berichten im Messageboard der Site offenbar schon sein einigen Wochen nicht mehr in Betrieb.

RIAA-Präsidentin Hillary Rosen begrüßte am Montag die schnelle Einigung mit der Tauschbörse. Gleichzeitig erklärte sie, andere Tauschbörsen-Anbieter sollten den Vergleich als Warnung verstehen. "Die Verantwortung für das Einrichten von Systemen, die das autorisierte Nutzen Copyright-geschützter Werke erlauben, liegt auf den Schultern des Peer to Peer-Netzwerks."

Wie und wann Nutzer auf den neuen Opt-In-Service zugreifen können, war am Montag nicht zu erfahren. Unklar ist auch die Zukunft des kostenpflichtigen Audiogalaxy-Gold-Angebots. Für drei US-Dollar pro Monat konnten dessen Nutzer auf besonders zuverlässige Server und Spyware-freie Software zugreifen. Firmenkennern zufolge haben derzeit etwa 75.000 Audiogalaxy-Nutzer das Gold-Angebot abonniert. Insgesamt hat die Tauschbörse mehr als 32 Millionen registrierte Nutzer. (Janko Röttgers) / (Janko Röttgers) / (wst)

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