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Auf Streife im Internet – Polizei verlängert Projekt für mehr Dialog

Als digitale Freunde und Helfer waren die ersten "Insta-Cops" in Rheinland-Pfalz in sozialen Netzwerken ansprechbar. In veränderter Form soll das weitergehen.

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(Bild: Felix Brandt (instagram.com))

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Nach Ablauf des Pilotprojekts "InstaCop" will die Polizei in der Westpfalz auch künftig im Internet auf Streife gehen. Polizeikommissar Felix Brandt werde auf der Foto-Plattform Instagram mit Bildern und Videoclips weiterhin Einblicke in den Dienstalltag geben, teilten die Sicherheitskräfte in Kaiserslautern mit. "Insta" steht als Abkürzung für Instagram, ein soziales Internet-Netzwerk.

Eine Bilanz des einjährigen Tests habe ergeben, dass sich auf diese Weise auch Jüngere für die Arbeit der Polizei interessieren ließen, hieß es. Diese Zielgruppe sei zuvor wenig angesprochen worden. Daher werde das Projekt fortgesetzt.

"Durch die Personalisierung wurde ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, weil mit dem Account ein Gesicht verbunden war", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz. "Dies dürfte sich auch positiv auf den Bereich der Nachwuchswerbung auswirken." Zudem sei das Handeln der Polizei durch die Mitteilungen transparenter geworden. Einige Anfragen an Brandt seien von diesem direkt beantwortet worden. "Die Follower rechneten zum Teil gar nicht mit einer solchen Reaktion und zeigten sich dann hoch erfreut", sagte der Sprecher. Ein solcher Dialog könne die Akzeptanz für polizeiliche Maßnahmen erhöhen.

Auch das rheinland-pfälzische Innenministerium ist zufrieden mit den Ergebnissen des ersten Jahres. Dort plant man bereits einen weiteren Instagram-Kanal. "Damit soll verstärkt Interesse bei Jugendlichen an dem Studiengang für Polizeikommissar-Anwärterinnen und -Anwärter geweckt werden", teilte ein Sprecher in Mainz mit. "Entsprechende Gespräche mit der Hochschule der Polizei laufen derzeit."

Unter der im Juli 2018 freigeschalteten Adresse @felix_polizeikl tritt Polizeikommissar Brandt mit seinem eigenem Namen auf. In seiner Fotoserie präsentiert er etwa das Formular eines Haftbefehls oder nimmt eine Anzeige auf. Neben ein Foto schreibt er: "Vor kurzem haben wir einen Verkehrsunfall aufgenommen, bei dem zwei Personen in ihrem Fahrzeug eingeklemmt wurden." An einer anderen Stelle: "Ich hätte nicht gedacht, dass schon 6000 Follower meinem Kanal folgen."




Über diese Resonanz ist auch das Polizeipräsidium Westpfalz begeistert. "Die unerwartet hohen Followerzahlen belegen das bundesweite Interesse an den Kanälen", sagte der Sprecher. Auch der gewünschte regionale Bezug habe hergestellt werden können. "Da öfters Anfragen zu polizeilichen Einsätzen als auch zur Streifentätigkeit gestellt wurden, kann davon ausgegangen werden, dass ein Teil der Abonnenten aus dem Bereich der Westpfalz stammt."

Im ersten Jahr war auch Brandts Kollegin Isabel Pelegri mit dem Account @isabel_polizeikl dabei. Die Polizeikommissarin habe aber die Dienststelle gewechselt und sei bei der Notruf- und Einsatzleitstelle eingesetzt, hieß es. Da es sich um Schreibtischarbeit handelt, sei diese für den stark visuell ausgelegten Kanal derzeit nicht geeignet.

"Es gab und gibt noch immer Anfragen von Kollegen, die in ihrem Bundesland als InstaCop arbeiten möchten", sagte der Sprecher der Polizei in Kaiserslautern. Hier finde ein intensiver Austausch statt. "In Hannover beispielsweise sind vor kurzem zwei InstaCops an den Start gegangen." Das Projekt Internet Community Policing gibt es etwa auch in Zürich. Hier gelten die Beiträge von Patrick Jean, erster Internet-Community-Polizist im deutschsprachigen Europa, als Hit. (tiw)