Auf dem Weg zu Terabit-Ethernet: 800 Gigabit pro Sekunde spezifiziert

Zwei 400er Verbindungen lassen sich künftig für eine Übertragung von 800 Gigabit pro Sekunde zusammenschließen.

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(Bild: asharkyu/Shutterstock.com)

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Das Ethernet Technology Consortium hat die Spezifikation 800GBASE-R veröffentlicht, mit der sich auf Ethernet-Basis 800 Gigabit pro Sekunde übertragen lassen. Der Unternehmensverbund beschreibt in 800GBASE-R, wie man dafür zwei 400-Gigabit/s-Verbindungen koppelt, die gemäß IEEE 802.3bs arbeiten. Intern bündelt 800GBASE-R acht Lanes von je 106 GBit/s.

Eine neue Media-Access-Control-Schicht (MAC) und ein neues Physical Medium Attachment (PMA) übernehmen die Signalbündelung. Da der 800GBASE-R-Standard die bisherigen Physical Coding Sublayers (PCS) weiterverwendet, funktioniert auch die bisher eingesetzte Fehlerkorrektur Forward Error Correction (FEC) weiter.

Zweimal 400 GBit/s ergibt einmal 800 GBit/s; einen neuen physischen Layer definiert das Ethernet Technology Consortium absichtlich nicht.

(Bild: Ethernet Technology Consortium )

Netzwerkstandards mit mehreren Hundert GBit/s sind primär für Rechenzentren gedacht, bei denen die Betreiber Hunderte bis Tausende Nodes miteinander vernetzen. Bisher kommen häufig proprietäre Interconnects zum Einsatz, beispielsweise Crays Slingshot.

Zum Ethernet Technology Consortium gehören unter anderem die Netzwerkausrüster Arista, Broadcom und die Nvidia-Tochter Mellanox sowie die Serverbetreiber Cisco, Dell, Google und Microsoft. Bis März 2020 hieß das Ethernet Technology Consortium noch "25 Gigabit Ethernet Consortium". Da 25 GBit/s in Rechenzentren längst nicht mehr zeitgemäß sind und das Konsortium in Zukunft erhalten bleibt, gab sich der Verbund einen flexibleren Namen.

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Bei Desktop-PCs, Notebooks und Routern ist 1-Gigabit-Ethernet am weitesten verbreitet. Lediglich Oberklasse-Mainboards setzen vermehrt auf 5 oder 10 GBit/s. In der Mittelklasse beginnt allmählich der Wechsel zu 2,5 GBit/s. (mma)