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Aus CeBIT wird CEBIT: Computermesse neuer Prägung nimmt Gestalt als digitales Festival an

Die CEBIT – künftig komplett großgeschrieben – versteht sich als Schaufenster in die digitale Zukunft. Doch ihre zeitliche Nähe zur größeren Hannover Messe machte ihr zu schaffen. Nun sollen es ein neuer Termin und ein völlig neues Konzept richten.

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Aus CeBIT wird CEBIT: Computermesse neuer Prägung nimmt Gestalt als digitales Festivalan

Der neue Auftritt der Hannoverschen Computermesse.

(Bild: cebit.de)

Neues Konzept, neue Zeiten, neue Preise: Rund ein Jahr vor der Eröffnung der nun in den Sommer verlegten CEBIT nimmt deren Format allmählich Gestalt an. Die inhaltliche Ausgestaltungsphase sei abgeschlossen, nun werde das um Festival- und Talkshow-Elemente erweiterte Konzept der IT-Messe umgesetzt, sagte Messe-Chef Oliver Frese der dpa. "Die CEBIT hat eine neue Marke bekommen, wir haben einen neuen Online-Auftritt und eine neue Preisgestaltung für Besucher und Aussteller", führt Frese aus. Ursprünglich mal eine Abkürzung für "Centrum der Büro- und Informationstechnik", schreibt sich die CEBIT künftig durchgehend in Großbuchstaben.

Die Neuausrichtung sieht Frese für die Deutsche Messe AG als Chance und Herausforderung zugleich: "Das gesamte Unternehmen arbeitet an der Entwicklung der neuen CEBIT mit, weil wir durch sie eben das Unternehmen auch von innen heraus reformieren." Auf das angekündigte neue Konzept gebe es überwiegend positive Reaktionen. "Wir haben schon die ersten tausend Tickets verkauft, ohne dass wir richtig in die Werbung gegangen sind." Auch bei den Ausstellern komme das neue Konzept gut an: "Es ist, als ob wir einen Knoten gelöst haben, als wenn die Digitalindustrie nur darauf gewartet hätte, dass wir mit der CEBIT den Schritt nach vorne machen."

Die gesamte IT-Messe wird auf dem Gelände in neue Hallen umziehen, so dass auch die Aussteller ihre Auftritte auf eine neue Basis stellen müssen. Im Zentrum des neuen vierstufigen Konzepts steht eine Art Campus unter dem Expo-Dach ("d!campus"), der Digitalisierung und Kultur vereinen soll. Die bisherigen Konferenzen sollen in dem neuen Talkshow-Format ("d'talk") aufgehen und Querdenkern, Visionären und Experten eine Plattform bieten. Das Kernelement ("d!conomy") soll der Geschäftsanbahnung und der neuen Technik-Präsentation dienen, ein weiteres präsentiert Forschung und junge Unternehmen ("d!tec").

Die Öffnungszeiten werden um eine Stunde nach hinten verschoben, künftig läuft die Messe von 10 bis 19 Uhr; das Gelände wird aber bis 23 Uhr für das Abendprogramm geöffnet bleiben. Separate Tickets für die bisherige Konferenz-Serie soll es nicht mehr geben. Frese: "Es wird keine Tages-, sondern nur noch Dauertickets geben." Allerdings gibt es für den Freitag ("Digital Friday") ein Publikums-Ticket, das eine breite, technikbegeisterte Öffentlichkeit ansprechen soll. Der Messe-Montag soll politischen Veranstaltungen und die restlichen drei Tage werden dann ganz dem Business gewidmet sein.

In diesem Jahr waren über 3000 Aussteller aus 70 Ländern gekommen – Frese erwartet mit dem neuen Konzept mindestens einen Gleichstand. Seit 1986 fand die CeBIT jährlich im Frühjahr vier Wochen vor der größeren Hannover Messe statt, aus der sie einst als eigenständige Veranstaltung hervorgegangen war. Sie findet das nächste Mal vom 11. bis 15. Juni 2018 statt und soll auch wieder stärker für Privatbesucher geöffnet werden. In den vergangenen Jahren hatte sie sich von einer Computerschau zu einer reinen Fachmesse für Geschäftsprozesse gewandelt – sie versteht sich heute als Leitmesse der Digitalisierung. (dpa) / (anw)

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