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Aus der Tastatur ergab sich alles – zum Tode von Rick Dickinson

Im Alter von 62 Jahren ist der britische Designer Rick Dickinson an Krebs gestorben. Er wurde mit dem Design der Sinclair-Homecomputer weltbekannt.

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Aus der Tastatur ergab sich alles - zum Tode von Rick Dickinson

Dickinsons erstes Design: Der Sinclair ZX81

(Bild: barnoid, ZX81 close-up, CC BY-SA 2.0 )

In der vergangenen Woche starb der Designer Rick Dickinson. Er hatte sich in einer Spezialklinik in den USA wegen einer Krebskrankheit behandeln lassen, die er seit 2016 bekämpfte. Sein Design der ersten Homecomputer gehört zu den einflussreichsten industriellen Entwürfen der 80er Jahre.

Die ersten Produkte, die Rick Dickinson designte, waren eine Kettensäge und eine Bohrmaschine. Sie wurde vom 25-jährigen als Abschlussarbeiten an der Newcastle Polytechnic entworfen, der allerersten Ausbildungsstätte für "Industrial Design", das in Großbritannien 1974 eingeführt wurde. Auch der Apple-Designer Jonathan Ive absolvierte hier seine Ausbildung, die sich an der Tradition des Bauhauses orientierte.

Das Design der 80er

Im Jahre 1979 wurde Dickinson als Designer von Clive Sinclair für seine Firma "Science of Cambridge" angestellt, die später zu Sinclair Research umfirmierte. Hier fand sich Dickinson bald vor die Aufgabe gestellt, das Design des Sinclair ZX80 zu vollenden und Lösungen für die Massenproduktion des Homecomputers zu suchen. Sein erstes von ihm allein entworfenes Computerdesign war der in sechs Monaten entwickelte ZX 81. "Das Wichtigste war die (Folien-)Tastatur, alles andere ergab sich daraus", erklärte Dickinson später. Für das Design des ZX Spectrum erhielt Dickinson eine Reihe von Auszeichnungen.

Weitere von ihm gestaltete Computer waren der Sinclair QL und der Z88 sowie der Sinclair-Fernseher TV 80. In jüngster Zeit kam die Spielekonsole Spectrum Vega+ hinzu. Neben den Homecomputern kümmerte sich Dickinson mit seiner Firma Dickinson Associates später um das Design von Telefonen, Kindersitzen und vor allem aber um medizinische Apparaturen. Mit einem robusten Miniaturmikroskop zur Diagnose von Malaria und Tuberkulose in Entwicklungsländern gewann Dickinson eine Grand Challenge der Bill & Melinda Gates Foundation. (bme)

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