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Aus für "A++": EU-Parlament entschlackt Energielabel

Mit großer Mehrheit haben die europäischen Abgeordneten dafür gestimmt, die Energieeffizienz von Elektrogeräten künftig wieder mit den Klassen A bis G auszuweisen.

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Aus für "A++": EU-Parlament entschlackt Energielabel
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Für die europäischen Verbraucher soll es wieder einfach werden, elektronische Haushaltsgeräte zu erkennen, die wenig Energie verbrauchen. Mit 535 zu 46 Stimmen bei 79 Enthaltungen hat das EU-Parlament am Dienstag für einen Verordnungsentwurf gestimmt, demzufolge die Energielabel künftig wieder nur Kennungen zwischen "A" als Bestnote und "G" als schlechtester Bewertung tragen sollen. Die von 2015 an eingeführten Zwischenstufen wie "A++", die viele Käufer verwirrt haben, fallen weg.

Die Volksvertreter bestätigten damit einen Kompromiss, den ihre Verhandlungsführer zusammen mit Vertretern des Ministerrates und der EU-Kommission im März erzielt hatten. Zusätzlich soll die Kommission eine Datenbank zur technischen Registrierung von Produkten wie Backöfen, Kühlschränke oder Spülmaschinen aufbauen, die eine Kontrolle der vergebenen Etiketten durch die zuständigen Aufsichtsbehörden der Mitgliedsstaaten erleichtert. Dazu kommt ein öffentliches Informationssystem zu allen erteilten Effizienzsiegeln. Dieses soll es Verbrauchern erleichtern, den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten online zu vergleichen.

Laut den neuen Bewertungskriterien sind auch Software-Updates von Geräten zu berücksichtigen, die deren Energieverbrauch reduzieren könnten. "Smarte", adaptive Sparfunktionen, die dem Nutzer etwa direkt den Stromverbrauch anzeigen, sollen gesondert ausgewiesen werden. Explizit verboten werden nach dem Skandal rund um Betrugssoftware in Dieselautos sogenannte Abschalteinrichtungen, die einen Stromsparmodus im realen Betrieb wieder aushebeln könnten. Sollte einem Hersteller nachgewiesen werden, dass der tatsächliche Verbrauch deutlich höher ist als der angezeigte, soll eine "angemessene" Entschädigung fällig werden.

Die Etiketten können künftig auch etwa einen QR-Code oder einen Link enthalten, der den Verbrauchern den Zugriff auf die vorgesehene Online-Datenbank erlaubt. Im Fall von Aktualisierungen, die sich auf die Energieeffizienz eines bereits erworbenen Produkts auswirken, soll der Anbieter den Kunden informieren.

Die Kunden werden erste Haushaltsgeräte mit Energielabels der alt-neuen Bewertungsskala ohne die Pluszeichen voraussichtlich frühestens Ende 2019 in den Läden vorfinden. Ständige Verbesserungen bei der Energieeffizienz sind bereits eingeplant. So sollen werden Neuklassifizierungen automatisch eingeleitet werden, sobald 30 Prozent der auf dem EU-Markt verkauften Produkte in die oberste Klasse "A" oder 50 Prozent in "A" und "B" fallen.

Für Geräte wie Kühlschränke, Fernseher und Lampen gelten die Maßgaben ab 2020, für andere Güter wie Heizungen, Boiler oder Staubsauger sind deutlich längere Übergangsfristen teils bis nach 2030 vorgesehen. Der europäische Energieexperte der Grünen, Claude Turmes, beklagte, dass die Mehrheit im Parlament damit sowie mit vielen generellen Ausnahmen "dem Druck der Industrielobby nachgegeben" habe: "Dass die neuen Regeln nicht für alle Geräte gleichzeitig gelten, wird zu Verwirrungen führen und widerspricht jeder Logik bei Umwelt- und Klimaschutz." Generell werde die vereinfachte Skala aber "Geldbeutel und Umwelt schonen". (Stefan Krempl) / (vbr)

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