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Aus für Connexion by Boeing ist beschlossene Sache

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Montage einer Antenne für den Internet-Zugang von Connexion in einem Airbus A340-300.

Flugzeugbauer Boeing hat am heutigen Donnerstag das endgültige Aus für seinen satellitengestützten Internet-Dienst für Flugzeuge und Schiffe verkündet. Nach Auswertung einer umfassenden Marktanalyse sei der Konzern zu dem Schluss gekommen, dass die mit Connexion verknüpften wirtschaftlichen Ziele nicht verwirklicht werden könnten, teilte Boeing in Chicago mit. Der Markt für diesen Service habe sich nicht wie erwartet entwickelt. In den sechs Jahren der Vermarktung von Connexion by Boeing konnte der Unternehmenszweig keine Gewinne einfahren. Im Juni hatte der Konzern erstmals öffentlich über einen Verkauf der Sparte oder den Weiterbetrieb mit einem Partner nachgedacht.

Rund eine Milliarde US-Dollar hat Boeing seit dem Jahr 2000 in die Entwicklung von Connexion investiert. Ein Dutzend Fluggesellschaften, darunter Lufthansa, Japan Airlines und Singapore Airlines, nutzen den Connexion-Service derzeit auf ihren Langstreckenflügen. Aber vor allem unter den regionalen Airlines in den USA fand Boeing kaum Interessenten für den Telekommunikationsservice, der neben Internet-Zugang auch Handytelefonate und TV im Flugzeug und auf Schiffen ermöglichen sollte. Zudem wächst in den USA die Konkurrenz durch neue Breitbandversorgungen in Flugzeugen, die auf direkte Luft-Boden-Datenübertragung setzen.

Im zweiten Geschäftshalbjahr wird Boeing bis zu 320 Millionen US-Dollar (26 Cent je Aktie) vor Steuern im Zusammenhang mit dem Aus für Connexion als Sonderausgaben verbuchen, darunter Abschreibungen auf Vermögenswerte und andere Kosten, die durch das Projektende entstehen. Ab dem Fiskaljahr 2007 erwartet Boeing durch den Investitionsstopp für Connexion einen positiven Ergebnisbeitrag von 15 Cent je Aktie. Gemeinsam mit den betroffenen Fluggesellschaften und Reedereien sollen nun Maßnahmen für einen geregelten Rückzug aus dem Internet-Dienstleistungsangebot eingeleitet werden. (pmz)

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