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Aus für Feldemissionsdisplays von Sony

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Schlechte Zeiten für Feldemissionsdisplays: Nach Toshiba hat nun offenbar auch Sony das Interesse an den kontraststarken Flachbildschirmen verloren. Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg hat der japanische Konzern die noch im Sommer vergangenen Jahres geäußerten Pläne über Bord geworfen, eine alte Plasmafabrik von Pioneer zu kaufen. Diese sollte der vor zweieinhalb Jahren bei Sony ausgegliederte Geschäftsbereich Field Emission Technologies für die Produktion der selbstleuchtenden FED-Displays auf- und umrüsten. Die in Tokio ansässigen FED Inc., die Sony gemeinsam mit dem Investor Tex Gate Investment Ende 2006 mit einer Finanzspritze von 2,5 Milliarden Yen (etwa 26 Millionen US-Dollar) ins Leben gerufen hatte, soll stattdessen geschlossen werden; man suche einen Käufer für die FED-Bildschirmtechnik.

Bei Canon scheint das Interesse an den selbstleuchtenden FED- respektive SED-Schirmen ebenfalls stark nachgelassen zu haben. Canon hatte im Patentstreit mit Aplied-Nanotech um die mit den Feldemissionsdisplays vergleichbare SED-Technik (Surface Conducting Electron-Emitter) im Spätsommer 2008 einen wichtigen Sieg errungen, und Applied-Nanotech auf eine Revision verzichtet. Doch man hört von Canon in Sachen SED-Displays nur wenig, seit Toshiba aus dem Joint Venture mit Canon ausgestiegen ist. Die zweifellos bestechende SED- respektive FED-Technik scheint unbezahlbar. Es sei nicht die rechte Zeit zur Einführung einer neuen Bildschirmtechnik, hatte Canons Präsident Uchida Ende letzten Jahres in einem Interview erläutert. Eine ähnliche Einschätzung könnte auch Sony zum Aus der FED Inc. bewegt haben – zumal das Unternehmen mit seinem OLED-Fernseher XEL-1 bereits ein ähnlich zeit- und kostenintensives Projekt in der Pipeline hat.

Sony hatte bereits 1998 zusammen mit Candescent begonnen, die FED-Technik zu erforschen. 2001 präsentierte das Unternehmen auf der SID seinen ersten FED-Schirm. Der beeindruckend farbstarke 13-Zöller erlangte allerdings niemals Marktreife. Anschließend wurden dann nur noch vereinzelt FED-Prototypen auf Messen und Kongressen gezeigt.

Die selbstleuchtenden Feldemissionsdisplays waren bislang die große Hoffnung für Heimkino-Interessenten. Die Displays zeichnen sich durch einen besonders guten Schwarzwert aus und sie sind extrem flink: Schlieren und Unschärfen aufgrund von zu langsamen Reaktions- und Haltezeiten gibt es hier nicht. Außerdem ist ihre Darstellung weitgehend unabhängig vom Einblickwinkel. Ihre Funktionsweise ähnelt der einer Röhre: Kleine Emittertipps feuern Elektronen auf eine fluoreszierende Schicht und regen diese zum Leuchten an. Für jeden Bildpunkt ist ein eigener Emitter zuständig, was deutlich höhere Displaysauflösungen und größere Diagonalen erlaubt als bei einem Röhrendisplay. (uk)