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Aus für umstrittene Zürcher Gewaltpräventions-Datenbank

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Die umstrittene polizeiliche Datenbank Gamma für "Gewalt suchende" Sportfans hat endgültig die rote Karte erhalten. In einer Sitzung des Zürcher Gemeinderats am vergangenen Mittwoch lehnte das Stadtparlament mit 75 zu 38 Stimmen einen Antrag des Stadtrats ab, den Versuch zu verlängern. Im Jahr 2009 wurde Gamma erst vom Gemeinderat, danach in einer Zürcher Volksabstimmung mit 73 Prozent der Stimmen angenommen und am 1. Januar 2010 für einen befristeten Versuch aufgeschaltet; seitdem haben sich die Machtverhältnisse im Stadtparlament geändert.

Umstritten war vor allem der Grundgedanke, es könne durch eine so genannte De-Anonymisierung Gewalt verhindert werden. Gamma war daher auch keine eigentliche "Hooligan-Datenbank", wie sie mit dem "Informationssystem HOOGAN" separat ebenfalls existiert. Allein durch eine Speicherung in Gamma sollten einschlägige Personenkreise präventiv von Vandalismus und Gewalt bei Sportveranstaltungen abgehalten werden. Seit Anfang des Jahres wird die Datenbank nicht mehr genutzt, alle Daten wurden gesperrt, im Polizeidepartement konnte niemand mehr darauf zugreifen. Laut Berichten Zürcher Medien sollen auch nicht die Daten ausgewertet werden, ohnehin wurden in der Versuchsphase nur 52 Personen eingetragen. (anw)