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Ausfälle bei Seagate-Festplatten durch Firmware-Probleme [Update]

In einigen Internetforen häufen sich derzeit die Beschwerden über Ausfälle bei 1-TByte-Festplatten von Seagate aus der Reihe Barracuda 7200.11. Käufer des 4-Scheiben-Modells ST31000340AS melden, dass die Platten nach etwa drei bis vier Monaten unvermittelt und ohne Vorwarnung – also weder durch auffällige Geräusche noch SMART-Warnungen (Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology) – den Dienst quittieren. Die Laufwerke würden zwar nach wie vor korrekt anlaufen, sind aber nicht mehr ansprechbar.

Auf Anfrage von heise online hin erklärte der Hersteller, dass nur eine sehr kleine Produktcharge der 1-TByte-Platten (ST31000340AS) von dem Fehler betroffen sei. Genaue Details, wie sich potenziell gefährdete von fehlerfreien Laufwerken unterscheiden, konnte Seagate bislang jedoch noch nicht nennen.

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Der Bug lässt sich nur per Firmware-Update beheben, solange die Festplatte noch funktioniert. Derzeit bekommt man das Update auf Anfrage beim technischen Support. Seagate stellte jedoch in Aussicht, die neue Firmware in Kürze auch frei im Internet verfügbar zu machen. Bereits defekte Laufwerke würden im Rahmen der Garantie getauscht. Die darauf gespeicherten Daten sind dann für den Kunden jedoch verloren.

Nicht betroffen von dem Firmware-Bug sind laut Hersteller sowohl die Terabyte-Platte mit drei Scheiben (ST31000333AS) als auch die anderen Laufwerke mit 160, 320, 500, 640 und 750 GByte sowie 1,5 TByte aus der Reihe Barracuda 7200.11. Sie arbeiten jeweils mit einer anderen Firmware als die von den Ausfällen betroffenen Platten. [Update] Dies widerspricht anderen Forenberichten, in denen Anwender auch über plötzliche Ausfälle anderer Barracuda-7200.11-Laufwerke mit unterschiedlicher Kapazität klagen. Ob hierfür immer das genannte Firmware-Problem die Ursache ist oder andere Defekte etwa der Mechanik oder Elektronik, die jede Festplatte ereilen können, ist aus den Beiträgen jedoch nicht immer klar erkennbar. [/Update]

Ärger machte in der Vergangenheit aber auch schon das Spitzenmodell mit 1,5 TByte (ST31500341AS). Unter Linux konnte der sogenannte Flush-Cache-Befehl einen Platten-Timeout herbeiführen, der Rechner zum Einfrieren brachte. Betriebssysteme – übrigens auch mit Linux arbeitende NAS-Systeme – setzen den Flush-Cache-Befehl üblicherweise ab, um sicherzustellen, dass alle Daten aus dem Schreibcache auf die Platte geschrieben wurden. Ein bereits seit einigen Wochen beim Seagate-Support erhältliches Firmware-Update soll jetzt Timeouts der Platte verhindern.

Anwender, die die 1,5-TByte-Platte zusammen mit vielen anderen Laufwerken in großen RAID-Systemen einsetzen, beklagen sich darüber hinaus vermehrt über Ausfälle. Ursache hierfür sind nach Angaben des Herstellers jedoch keine Hardwaredefekte oder Firmware-Probleme, sondern die Empfindlichkeit der Platten gegen Vibrationen. Von außen auf die Platten einwirkende Schwingungen werfen die Köpfe leicht aus der Spur, die zum Lesen und Schreiben aufgrund der hohen Datendichte sehr genau positioniert werden müssen. Gelingen auch wiederholte Schreib-/Lese-Versuche nicht schnell genug, dann neigen RAID-Adapter dazu, das Laufwerk als defekt auszublenden. Wie empfindlich Festplatten in dicht gepackten Server-Systemen sein können, illustriert dieses Video recht humorvoll.

Obwohl Seagate die 1,5-TByte-Platten im Datenblatt (PDF-Datei) zumindest als "Desktop-RAID"-tauglich anpreist, rät der Hersteller vom Einsatz in großen RAID-Verbünden ab. Stattdessen verweist Seagate auf seine für Server-Systeme konzipierten Barracuda-ES(.2)-Platten mit Serial ATA, die es bislang jedoch nur mit maximal 1 TByte zu kaufen gibt. Sie haben eine höhere Vibrationstoleranz. (boi)

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