Ausländische Fachkräfte: Innenminister erklärt Blaue Karte zum Erfolg

Das Bundesinnenministerium zieht eine positive Bilanz der Blauen Karte zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Überwiegend ist sie an ausländische Absolventen deutscher Hochschulen gegangen.

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Von
  • Detlef Borchers

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums war die Einführung der "Blauen Karte" erfolgreich. Das Ministerium legte Daten vor, die anders lautenden Zahlen widersprechen. Danach wurden seit der Einführung der "Blauen Karte EU" im August 2012 insgesamt 1294 Blaue Karten an neu Einreisende vergeben. In den Mangelsparten MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und Medizin wurden nach Angaben des Ministeriums 1.656 Blaue Karten an Einreisende wie Hochqualifizierte vergeben, die sich als Hochschul-Absolventen bereits in Deutschland aufhielten. Das Gros der Zuzügler kam aus Indien.

Nach den vom Bitkom veröffentlichten Leitfaden für die Erteilung einer Blauen Karte EU (PDF-Datei) können hochqualifizierte Arbeitskräfte eine Blaue Karte samt Visum bekommen, wenn sie einen Arbeitsplatz mit einem Bruttojahresgehalt von über 46.400 Euro nachweisen können. In den Mangelberufen wie denen der IT-Branche sinkt diese Gehaltsanforderung auf 36.200 Euro, wobei der Arbeitgeber zusätzlich nachweisen muss, dass dieses Gehalt dem eines Deutschen in gleicher Position entspricht. Wer drei Jahre mit der Blauen Karte in Deutschland arbeitet, hat Anspruch auf eine Daueraufenthaltsgenehmigung in der EU.

Der überwiegende Teil der insgesamt 4126 ausgegebenen Karten ging an Ausländer, die ein Hochschulstudium an einer deutschen Universität abschließen konnten. Dies wertet das Bundesinnenministerium als besonderen Erfolg: "Besonders freut mich, dass viele Ausländer mit deutschem Hochschulabschluss die Blaue Karte EU nutzen, um auch nach ihrer Ausbildung in Deutschland zu bleiben. Wer hier ausgebildet wurde, soll hier auch sein Können und Wissen unter Beweis stellen", wird Innenminister Friedrich zitiert.

Wie erfolgreich Deutschland in Konkurrenz mit anderen Blue Card EU-Staaten gewesen ist, ist noch nicht bekannt. Nach Ansicht einer Studie der OECD (PDF-Datei) vom vergangenen Oktober habe Deutschland bei Blue Card-Interessenten einen schlechten Ruf. Obwohl Deutschland die schnellste Bearbeitungszeit bei den Anträgen und die niedrigste Ablehnungsquote vorweisen könne, gelte die Zuwanderung nach Deutschland als besonders komplizierte Angelegenheit. (mho)