Ausprobiert: Android Automotive im Elektroauto Polestar 2

Der Polestar 2 gehört zu den spannendsten E-Autos und nutzt als erstes Serienfahrzeug Android Automotive. Wir haben einen Blick darauf geworfen.

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Android Automotive im Polestar 2 ausprobiert
Von
  • Stefan Porteck

Android Auto hat schon länger seinen Platz in Autoradios und in bordeigenen Infotainment-Systemen. Bislang haben sich die meisten PKW-Hersteller aber geziert, Google auch einen Zugriff auf einzelne Fahrzeugfunktionen zu erlauben. Doch so langsam findet bei einigen Autobauern ein Umdenken statt.

Bereits im vergangen Jahr zeigten Volvo und Google den Prototypen eines XC40 (Test), bei dem Android eigenständig auf der Hardware des Fahrzeugs lief. Dieses Jahr gibt es einen Vorgeschmack auf das mittlerweile Android Automotive OS genannte Betriebssystem, wie es wohl in der Serie aussehen wird. Auf der Google I/O wird Android Automotive in dem E-Auto Polestar 2 der Volvo-Tochter Polestar vorgeführt.

Android Automotive (8 Bilder)

Der Homescreen von Android Automotive enthält übersichtliche Kacheln ...

Zum Marktstart 2020 wird der Polestar 2 das erste Serienfahrzeug mit Android Automotive sein. Dieses hat mit dem bekannten Android Auto, das sich eher als Entertainment- und Navigationssystem versteht, wenig zu tun. Durch die tiefe Integration macht sich Android Automotive nicht nur auf dem 11-Zoll-Display in der Mittelkonsole breit, sondern auch auf dem 12 Zoll großem Tacho-Display. So hat der Fahrer die Informationen im Sehfeld und muss den Blick nicht von der Straße abwenden.

Für Navigation und Unterhaltung stehen Apps wie Google Maps und Spotify bereit. Zudem hat Android Automotive vollwertigen Zugriff auf den PlayStore. Es lassen sich also beliebige Apps installieren und nicht nur solche, die für Android Auto optimiert wurden.

Die Bedienung erfolgt mittels Touch-Eingaben auf dem Konsolen-Display oder über Sprachbefehle. Da Android Automotive auch auf die Steuergeräte der Fahrzeuge zugreifen kann, erlaubt es auch die Bedienung der Fahrzeugeinstellungen. Per Sprachbefehl oder den Touchscreen lässt sich beispielsweise die Klimatisierung anpassen oder die Sitzheizung einschalten.

Insgesamt wirkt die Oberfläche von Android Automotive modern, übersichtlich, klar strukturiert und lässt sich dank großer Schaltflächen und der guten Spracherkennung leicht bedienen. Viele aktuelle Infotainment-Systeme der PKW-Hersteller können da nicht mithalten. Es könnte also spannend werden, ob die Hersteller ihrerseits nachziehen oder sich künftig vielleicht doch Google öffnen. Zumindest Fiat-Chrysler und Renault-Nissan-Mitsubishi haben bereits Interesse an dem System bekundet. (spo)