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CES

Ausprobiert: Das erste Smartphone mit Fingerabdrucksensor im Display

Auf der CES haben Vivo und Synaptics das erste seriennahe Smartphone mit Fingerabdrucksensor im Display gezeigt. Wir haben ihn ausprobiert und und mehr über die Technik erfahren.

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Ausprobiert: Das erste Smartphone mit Fingerabdrucksensor im Display

(Bild: asp)

Für jedes neue High-End-Smartphone der vergangenen zwei Jahre wurde der In-Display-Fingerabdrucksensor schon vorhergesagt, nun gibt es ihn tatsächlich. Auf dem gut versteckten CES-Stand von Synaptics konnten wir ihn an einem Smartphone von Vivo ausprobieren. Das ist zwar noch ein Vorserienmodell, entspricht aber schon weitgehend dem finalen Produkt.

Der Sensor sitzt unter dem OLED-Panel und dem Displayglas. Die Technik arbeitet optisch und nicht kapazitiv wie bei anderen Smartphones. Bei ausgeschaltetem Display ist der Synaptics Clear ID FS9500 im Gegenlicht ganz leicht zu sehen. Wenn das Display leuchtet, fällt er nicht mehr auf. Die Position des Scanners zeigt die Android-Oberfläche von Vivo mit einem Symbol an, nur hier funktioniert der Abgleich.

Beim Auflegen des Fingers wird der Bildschirm an dieser Stelle kurz heller, damit der CMOS-Sensor mit Hilfe des reflektierten Lichts die Struktur der Haut erkennen kann. Das funktioniert nur mit OLED-Displays, da der Sensor zwischen den einzelnen Bildpunkten hindurchblicken kann. Bei LCDs mit Hintergrundbeleuchtung ist das nicht möglich, ebenso können diese lokal nicht heller werden.

(Bild: Synaptics)

Das Entsperren klappte beim Ausprobieren am Stand zuverlässig. Dass der optische Scanner etwas länger braucht als aktuelle kapazitive Scanner (0,7 Sekunden im Vergleich zu 0,3) fiel dabei kaum auf. Laut Synaptics soll das in Zukunft aber noch besser werden.

Der Sensorchip gleicht bei einem Scan die Aufnahme mit bis zu 300 gespeicherten Merkmalen ab. Die Sicherheit soll dabei genauso hoch sein wie bei herkömmlichen Sensoren. Mithilfe eines neuronalen Netzwerks will Synaptics dem Scanner beigebracht haben, künstliche Finger von echten zu unterscheiden. Das soll zu 95 Prozent zuverlässig funktionieren und den Fähigkeiten traditioneller Scanner entsprechen.

Smartphones mit der In-Display-Technik sollen noch im ersten Quartal 2018 erscheinen. Neben Vivo, fünftgrößter Smartphone-Hersteller der Welt, wird es weitere Partner geben, die Synaptics aber nicht nennen wollte. Für das im Februar erwartete Samsung Galaxy S9 wird es wohl dennoch knapp werden, es wird wahrscheinlich noch eine traditionellen Scanner nutzen. (asp)

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