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Ausprobiert: File History für Windows 8

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In der Release Preview von Windows 8 steckt auch die neue Datensicherungsfunktion File History (dt.: Dateiversionsverlauf). Doch erst jetzt lenkt Microsoft mit einem Blog-Eintrag den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit darauf. Handelt es sich hier wirklich um die Time Machine für Windows?

Mit der neuen Funktion soll Backup besonders einfach werden. Ein Dienst sichert vollautomatisch im Hintergrund alle Bibliotheken, Kontakte, Favoriten und Dateien auf dem Desktop auf ein Backup-Medium. Weitere Ordner lassen sich nicht überwachen, von den voreingestellten lassen sich lediglich welche ausnehmen. Das Sichern passiert in bestimmten Abständen, deren Bandbreite von alle zehn Minuten bis zu einmal täglich reicht.

Als Sicherungsziel empfiehlt Microsoft ein externes Laufwerk oder einen Ordner im Netzwerk. Dort landen die Daten stets im Ordner "FileHistory", der im Wurzelverzeichnis liegt. Man aktiviert und konfiguriert den Dateiversionsverlauf unter "Systemsteuerung\System und Sicherheit\Dateiversionsverlauf". Dort schlägt Windows jene Speichermedien vor, die es für geeignet hält. Man braucht nur eines markieren und auf "Aktivieren" zu klicken, schon startet die Sicherung. Bei Bedarf kann man hier auch später leicht auf eine andere Festplatte oder eine Netzwerkfreigabe wechseln. Noch weniger Mausklicks erfordert der Einsatz von USB-Sticks und -Platten. Beim Anschließen erscheint in der Liste "Automatische Wiedergabe" der Punkt "Laufwerk für Sicherung konfigurieren", ein Klick darauf aktiviert unmittelbar den Dateiversionsverlauf.

Der Dienst sichert in der Standardvorgabe stündlich. Laut Microsoft soll das selbst auf leistungsschwachen Rechner keinen negativen Einfluss auf die Performance haben, denn der Dienst überwacht lediglich das Journal des NTFS-Dateisystems. Darin sucht der Dienst in dem festgelegten Zeitabstand nach Einträgen über Dateiänderungen und kopiert dann die neuen Dateien auf das Sicherungslaufwerk.

Der Dateiverlauf ist so voreingestellt, dass alle Versionsstände erhalten bleiben (anders als bei der Systenwiederherstellung, bei der die jeweils ältesten Wiederherstellungspunkte bei Platzmangel gelöscht werden). Bei geringem Speicherplatz auf dem Sicherungsmedium erscheint im Wartungscenter diesbezüglich eine Warnmeldung. Um Platz zu schaffen, kann man dann das Speichermedium wechseln, die Aufbewahrungszeit heruntersetzen oder über den Punkt "Versionen bereinigen" Dateien älteren Datums löschen. Das Sichern klappt auch auf Storage Spaces, deren Kapazität sich einfach mit einer weiteren Festplatte erweitern lässt.

Zum Wiederherstellen dient der Menüpunkt "Verlauf" im Explorer. Die Ansicht gruppiert die Dateien und Ordner nach Datum und Uhrzeit der Sicherung und ordnet sie horizontal an. Nach links und rechts scrollend wählt man zwischen älteren und neueren Versionen und kann sowohl einzelne Dateien als auch Ordner wiederherstellen.

Durch Scrollen nach links und rechts navigiert man durch die verschiedenen Versionen von Dateien und Ordnern.

Der momentan öfters zu lesende Vergleich mit der Time Machine für Mac OS X liegt nahe, ist bei der File History jedoch nicht ganz zutreffend. Beide sichern zwar in der Standardeinstellung stündlich, der Sicherungsumfang ist bei beiden aber unterschiedlich. Apples Time Machine sichert auch das Betriebssystem. Unter Windows kümmert sich darum stattdessen die zusätzliche Windows-Sicherung. Time Machine verwaltet die Sicherungen auch anders. Ist die Festplatte voll, werden die ältesten Sicherungen automatisch gelöscht und Time Machine hält dabei stündliche, tägliche und wöchentliche Sicherungen unterschiedlich lange vor.

[Update 13.07.2012 11:20]:

Dass - wie ursprünglich geschrieben - ein Mechanismus, der automatisch ältere Sicherungen löscht, beim Dateiversionsverlauf fehlt, ist nicht richtig. In den erweiterten Einstellungen bietet der Dateiversionsverlauf eine Option, die festlegt, wie lange die Sicherungen aufbewahrt werden sollen. Je nach Einstellung werden dann ältere Versionen automatisch gelöscht. (bae)

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