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Ausprobiert: LGs 3D-Handy Optimus 3D

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Das LG Optimus 3D zeigt Inhalte teilweise in 2D, teilweise in 3D an.

(Bild: heise mobil)

Videos, Fotos, Spiele und Menü-Animationen auf einem Smartphone in 3D, und das ohne Brille. Möglich macht es ein autostereoskopisches Display des Android-Smartphones LG Optimus 3D, das das koreanische Unternehmen in Barcelona präsentiert. Dieses arbeitet mit "Parallax Barrier"-Technik – hält man das Handy etwa 30 bis 40 cm mittig vom Gesicht entfernt, zeigt es für beide Augen unterschiedliche Bilder an, die wie bei 3D-Technik mit Brille einen räumlichen Eindruck entstehen lassen können.

Im Prinzip funktioniert das wie bei einem 3D-Wackelbild mit Lenticular-Folie, wie das untere der beiden Videos zeigt: Hier wechselt das Optimus 3D nach einem Absturz zwischen zwei unterschiedlichen, nicht zueinander passenden Bildschirminhalten.

Der 3D-Modus durchzieht sich aber nicht durch das gesamte Betriebssystem, in den meisten Apps funktioniert das Display wie bei jedem anderen Handy zweidimensional. 3D wird erst über einen mechanischen Button am Display oder in einigen Apps über eine virtuelle Schaltfläche aktiviert. Dann schaltet das Display in den autostereoskopischen Modus: In der Galerie flippt man durch seine Bilderreihen und 3D-Videos, in einem "Karusell" wechselt man durch die unterschiedlichen Anwendungen. Ansonsten gibt es kaum 3D-Apps und auch die Start-Oberfläche und die Menüs gibt es nur in 2D.

LG hat 3D-Versionen der Spiele N.O.V.A., Asphalt 6 und Let's Golf 2 vorinstalliert, weitere Titel sollen folgen. Apps müssen grundsätzlich angepasst werden, um den 3D-Modus zu unterstützen, ansonsten laufen sie auf dem Smartphone nur in 2D.

Gerade bei Spielen klappt es mit dem 3D-Modus nicht gut, vor allem, wenn sie den Neigesensor zur Steuerung benutzen. Schon kleine Veränderungen der Smartphone-Position zum Auge führen sofort zu hakeligen Übergänge zwischen den stereoskopischen Bildern und Ghosting-Effekten. Hält man das Smartphone ruhig in der Hand, geht es besser, aber optimal ist es nur, wenn man sich möglichst gar nicht bewegt und das Smartphone auf einen Tisch legt oder mit einem Ständer fixiert.

Besser funktioniert die 3D-Aufnahme über die beiden 5-Megapixelkameras auf der Rückseite. Die Ergebnisse sind durchaus beeindruckend, sofern man mit Gegenständen nicht zu nah an die Linsen kommt und die Videos über HDMI auf einem externen 3D-fähigen Fernseher ausgibt. Im Kameramodus zeigt das Display das Livebild vor den Linsen dreidimensional an [-] mit einem Schieberegler kann man den Tiefeneindruck beim Aufnehmen verringern oder erhöhen. Die Kameras nehmen prinzipiell flüssige 720p-3D-Videos auf, jedoch stürzten die Vorseriengeräte am LG-Stand auf dem MWC fast jedes Mal ab, wenn man die Aufnahme betätigen wollte.

Auch sonst machte das Handy einen höchst unstabilen Eindruck, und in den meisten Anwendungen ruckelte es. Bis Mai, wenn das LG-Handy für 600 Euro auf dem deutschen Markt erscheinen soll, bleibt also noch einiges zu tun. (acb)