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Ausprobiert: LGs 3D-Tablet Optimus Pad

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Durch Startbildschirme und Widgets flippt man auf dem LG Optimus Pad blitzschnell

(Bild: heise mobil)

Mit dem Optimus Pad will LG Electronics ins Rennen um den besten Tablet einsteigen – in Barcelona konnte sich heise online einen ersten Eindruck von dem Tablet mit Android 3.0 Honeycomb verschaffen, das für 1000 Euro im April in Deutschland auf den Markt kommen soll.

Das 8,9-Zoll-Tablet liegt im Querformat gut in der Hand. Hochkant fühlt sich das 630-Gramm-Tablet schnell etwas schwer an, weil sich das Gewicht bei dem länglichen Format von 24,3 cm × 14,9 cm nach hinten verlagert. Zum Lesen legt man es deshalb lieber auf einen Tisch vor sich. Dafür lässt sich die Tastatur im Hochkantmodus wie beim kleineren 7-Zoll-Tablet Samsung Galaxy Tab sehr gut mit beiden Daumen bedienen.

Die Tastatur reagiert auf Eingaben blitzschnell – auch sonst bemerkt man auf der Android-Oberfläche und in Apps wie dem schick animierten E-Book-Reader oder dem Musikspieler so gut wie keine Verzögerungen. Auch beim Wechseln zwischen den Apps gibt es nur wenige Wartesekunden. Das System wirkte sehr stabil: Zu Abstürzen kam es reproduzierbar nur in LGs 3D-Wiedergabe. Probleme machte Multitouch: Google Maps registrierte Zoomen mit zwei Fingern nicht zuverlässig, die Twist-Geste zum Drehen der Karten (einen Finger um den anderen herum drehen) klappte fast gar nicht. Der auf webkit basierende Browser baut Seiten sehr schnell auf und erreicht beim Webstandard-Test Acid3 100 von 100 Punkten; ältere Androidversionen kommen auf 93 von 100. Adobe Flash unterstützte das Vorseriengerät noch nicht.

Auf dem Interface des tabletoptimierten Android 3.0 Honeycomb findet man sich schnell zurecht. Als Nutzer eines Android-Smartphones muss man sich aber umgewöhnen: Die Meldeleiste befindet sich am unteren Displayrand, der Button für die App-Übersicht liegt oben rechts. Home, Zurück und Menü sind nur noch virtuelle Tasten und nicht im Displayrand eingebaut. Apps wie der Mail-Client und viele Menüs teilen das Display in zwei Hälften auf: Links die Übersicht, rechts die Details. Anpassungen in Oberfläche und Standard-Apps durch LG wie bei den Android-Smartphones des Herstellers fanden wir abgesehen von den Apps für 3D-Aufnahme und 3D-Wiedergabe nicht vor [-] nicht einmal spezielle LG-Widgets. Im Prinzip läuft auf dem Vorseriengerät wie auf dem 10-Zoll-Tablet Motorola Xoom ein "pures" Android Honeycomb.

Die beiden Kameralinsen befinden sich auf der Rückseite in der Mitte des oberen Rands und sind etwa 3 cm auseinander. Sie nehmen Inhalte in 3D mit 720p flüssig auf. Ein spezielles 3D-Display wie das LG-Smartphone Optimus 3D bietet das Tablet nicht, in der Wiedergabe kann man zwischen anaglypher Darstellung (rotgrün) und einem Splitscreenmodus mit den stereoskopischen Bildern nebeneinander wählen. Richtig Spaß macht die Wiedergabe wahrscheinlich deshalb nur auf einem per HDMI angeschlossenen 3D-Fernseher.

Das Optimus Pad hatte noch nicht den Google Market für den Zugang zu Dritthersteller-Apps installiert. Diverse Programme für Android 2.x ließen sich aber über den Webbrowser als APK-Dateien ohne Probleme herunterladen und auf dem Honeycomb-Tablet installieren. Einige skalieren auf die volle Displaygröße, andere nutzen nur das mittlere Drittel der Fläche aus.

Beim smartphone-optimierten Mobil-Benchmark Quadrant erreichte das Optimus Pad 1873 Punkte. Zum Vergleich: Das Google Nexus One kommt auf etwa 1300 Punkte, Engadget maß auf einem Vorseriengerät vom Honeycomb-Tablet Motorola Xoom 1823 Punkte – wie das Optimus Pad läuft es mit Nvidias Mobilplattform Tegra 2. (acb)