Ausprobiert: Lytro Lightfield Camera

Schon sensationell, was das amerikanische Startup-Unternehmen ankündigte: Lytro wollte eine Lichtfeld-Kamera herausbringen, die - anders als die Prototypen im Labor - handlich und bezahlbar ist.

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Von
  • Ulrich Hilgefort

Es sei eine Revolution der Fotografie: nie mehr unscharfe Bilder, ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten – sogar nach dem Druck auf den Auslöser. Eine Lichtfeld-Kamera registriert nicht nur, wieviel Licht in welcher Farbe vom fotografierten Objekt kommt, sondern auch, aus welcher Richtung die Lichtstrahlen im Objektiv eintreffen. Anhand dieser Informationen lässt sich auch nachträglich festlegen, wo der Fokus liegt.

Neues Konzept, ungewohnte Form: Lytro Lightfield Camera

Die theoretischen Grundlagen dafür wurden schon in den 90er Jahren an der US-amerikanischen Universität Stanford erarbeitet; damals setzte man hunderte Fotokameras und einen Großrechner für die Berechnungen beim Refokussieren ein. Alles das leistet heute die handgroße Lytro-Lightfield-Kamera.

Eines der ersten in Europa verfügbaren Modelle haben wir ausprobiert. Die mit 16 GByte Speicher ausgestattete Variante kostet rund 500 US-Dollar.

Sie arbeitet nicht nur anders als andere Fotoapparate, sie sieht auch ganz anders aus. Das kantige Alu-Gehäuse ist 11 cm lang und misst 4 × 4 cm im Querschnitt. An einem Ende befindet sich ein kleiner Touchscreen zur Steuerung, am anderen Ende ein motorisch verstellbares 8fach-Zoom-Objektiv. Einen Schärfeneinsteller oder Knöpfe zum Festlegen der Belichtungsparameter hat die Lytro nicht – braucht sie auch nicht.

Via USB-Kabel koppelten wir die Lytro an einen Mac; dabei startete automatisch der Import der jeweils rund 20 MByte großen Bilder. Sind die Fotos übertragen, wählt man aus einer Übersicht ein Foto aus. In dem dann erscheinenden Fenster reicht ein Klick auf den Bereich des Fotos, auf den scharf gestellt werden soll. Die Software berechnet in weniger als zwei Sekunden die Darstellung, die dieser Schärfenebene entspricht.

Die Bilder – Lytro spricht von "living pictures" – eignen sich vor allem für interaktive Medien wie Webseiten. Zum Ausdrucken reicht die Auflösung der exportierten JPEG-Bilder nicht. Trotzdem fasziniert die Lytro mit ihren schärfenvariablen Fotos, die tatsächlich neue gestalterische Möglichkeiten erschließen.

Ein ausführlicher Test ist für die kommende c't-Ausgabe geplant. (uh)