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Ausprobiert: OpenWrt 19.07 – die wichtigsten Neuerungen der Router-Distribution

OpenWrt 19.07 bringt unter anderem einen neuen Kernel, ein schnelleres Web-Frontend mit weniger Arbeitslast für schmale Hardware und (unter Umständen) WPA3.

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(Bild: openwrt.org)

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Die besonders kompakte Linux-Distribution für WLAN-Router und Embedded-Geräte OpenWrt startet mit einer lange vorbereiteten, neuen Hauptversion ins Jahr 2020. Es ist die zweite große Aktualisierung des Projekts, nachdem LEDE als Fork und und das Mutter-Projekt OpenWrt wieder zusammengefunden haben.

Unter anderem hievt OpenWrt 19.07 den verwendeten Linux-Kernel nach eineinhalb Jahren auf Version 4.14 und bringt damit wieder alle offiziell unterstützten OpenWrt-Ausgaben für sehr unterschiedliche Hardware auf einen gemeinsamen Kernel. Zudem eröffnete das aktuelle OpenWrt das neue Build-Target "ath79", das den Quellcode für Geräte mit Qualcom-Atheros-Chips handlicher macht und vereinheitlicht. Das neue Build-Target soll ab der nächsten OpenWrt-Version den bisherigen Zweig "ar71xx" völlig ersetzen, der etliche Router-Generationen bis hin zum Standard 802.11ac unterstützt.

Alle wichtigen Änderungen von OpenWrt 19.07 gegenüber der Vorgängerversion 18.06 beschreiben die Release Notes, noch akribischer die Änderungen im Changelog. Wir haben OpenWrt kurz ausprobiert und stellen hier die wichtigsten Neuerungen vor.

Anmeldung per SSH: Die Konfiguration des Routers ist auch komplett in der Shell möglich. Es gibt auch den Paketmanager "opkg" zur Installation optionaler Pakete aus dem OpenWrt-Repository.

Das kompakte OpenWrt ersetzt die Firmware von Routern und Embedded-Geräten für Netzwerkaufgaben. Es setzt auf einen schlanken Aufbau mit Linux-Kernel, Busybox, Paketmanager und Hardwaretreibern, die in spezialisierten Ausgaben enthalten sind, den "Build Targets". Der Linux-Kernel selbst sollte dabei über einige Jahre eine Konstante bleiben, so kommen nur Kernel mit Langzeitsupport in Frage.

OpenWrt 19.07 aktualisiert den verwendeten Linux-Kernel in allen seinen Targets auf Version 4.14, die im November 2017 erschien und vom Team um Greg Kroah-Hartman als Langzeitversion gepflegt wird. Für Linux-Distributionen der x86-Plattform ist eine Kernel-Aktualisierung keine große Sache, bei OpenWrt und der anvisierten Zahl der Geräte gelang die Umstellung aller offiziellen Ausgaben auf einen einheitlichen Kernel 4.14 aber erst jetzt.

Die Vorgängerversion stand, abhängig von offiziellen unterstützten Geräten, noch bei Kernel 4.9, zumal vorher noch keine Zusage der Linux Foundation zur Langzeitunterstützung für neuere Kernel vorlag. Nachdem klar wurde, dass auch der Linux Kernel 4.14 volle sechs Jahre gepflegt wird, tut auch OpenWrt den Schritt 19.07 auf diesen Kernel.

Immerhin liegen fast zwölf Monate zwischen diesen Versionen. Für OpenWrt bedeutet das: Ein Jahr Arbeit an Hardwaretreibern für SoCs und WLAN-Chips, die nun im Mainline-Zweig sind und nicht mehr selbst gepflegt werden müssen.