Ausschreibung für Logistik-Privatisierung der Bundeswehr startet im Sommer

Nach den Plänen des Bundesverteidigungsministeriums soll ein privater Dienstleister künftig nahezu alle von der Armee benötigten Materialien (rund 800.000 Artikel einschließlich Waffen) lagern und verteilen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) will im Sommer mit der Ausschreibung für die geplante Privatisierung der Logistik der Bundeswehr beginnen. Dies berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Nach den Plänen der BMVg-Strategen soll ein privater Dienstleister künftig nahezu alle von der Armee benötigten Materialien (rund 800.000 Artikel einschließlich Waffen) lagern und verteilen. Lediglich Lager für Munition, Treibstoff und Sanitätsmaterial blieben beim Militär. Der Dienstleister müsste zudem Kriegsmaterial und Munition in Krisengebiete transportieren.

Ziel der Logistik-Auslagerung seien Kosteneinsparungen von rund 100 Millionen Euro jährlich, heißt es weiter. Im Rahmen eines "Interessenbekundungsverfahren" habe das Ministerium im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Privatisierung trotz voraussichtlicher Kosten von 400 Millionen Euro pro Jahr "wirtschaftlicher" sei als eine "Optimierung" der eigenen Logistik. Die größten Chancen für den Zuschlag soll die Post-Tochter DHL haben. Interessiert an dem Auftrag seien auch die Bahn sowie der Rüstungskonzern EADS. Im kommenden Jahr soll der Zehn-Jahres-Vertrag vergeben werden. (pmz)