Australien: Defektes Billignetzteil tötet Frau

Ein schadhaftes USB-Steckernetzteil führte im Zusammenspiel mit einem über sein Ladegerät ans Stromnetz angeschlossenen Laptop und daran hängenden Ohrhörern zum Tod einer 28-jährigen Frau.

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Von
  • Ernst Ahlers

Der Defekt in einem USB-Steckernetzteil für 5 australische Dollar – nach gegenwärtigem Kurs etwa 3,46 Euro – wurde zum Verhängnis einer 28-jährigen Mutter zweier Kinder im Südosten Australiens: Anscheinend versagte die galvanische Trennung zwischen der Stromnetzseite und der Kleinspannungsseite in dem Gerät, an das ein Smartphone zum Laden angeschlossen war. Der Defekt ereignete sich vermutlich, während Sheryl Anne Aldeguer mit dem Smartphone telefonieren wollte und gleichzeitig ein ebenfalls zum Laden angeschlossenes Notebook zum Musikhören verwendete.

Der Defekt im Steckernetzteil führte im Verbund mit dem zum Laden angeschlossenen Laptop und den Ohrhörern zum tödlichen Stromschlag.

(Bild: NSW Fair Trading/SMH)

Wie der Sydney Morning Herald berichtet, hat die australische Verbraucherschutzbehörde NSW Fair Trading herausgefunden, dass das USB-Netzteil nicht den einschlägigen Sicherheitsvorschriften genügt habe. So hätten auf dem Gerät die nötigen Prüfzeichen gefehlt. Zu den akzeptierten Prüfzeichen gehört beispielsweise auch das der dortigen TÜV-Niederlassung TÜV Rheinland Australia Pty Ltd. Die Behörde hat prompt eine Warnung veröffentlicht. Über problematische Produkte informiert in Europa das Warnsystem Rapex.

Zusätzlich tragisch an dem Geschehen ist, dass das USB-Netzteil gar nicht in den Handel gedurft hätte. Das Fehlen der Prüfzeichen hätte auch dem Vertreiber, einem Handyladen in Campsie, auffallen müssen. Dessen Inhaber sieht sich jetzt Ermittlungen der Polizei und einer eventuellen Geld- und Haftstrafe in Höhe von maximal 875.000 australischen Dollar und zwei Jahren Haft gegenüber. (ea)