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Australien: Provider für Links auf illegale Musik-Download-Dienste haftbar

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Die Musikindustrie hat in Australien einen Prozess gegen einen Website-Betreiber gewonnen, der Hyperlinks zu Seiten gesetzt hatte, auf denen illegal kopierte Musikdateien heruntergeladen werden können. Hat das Urteil Bestand, machen sich Personen nach australischem Recht nicht nur beim Download von raubkopiertem Material strafbar, sondern auch dann, wenn sie lediglich darauf verweisen, wo solche Angebote zu finden sind. Der zuständige Richter am Federal Court in Sydney befand zudem, dass sich auch der Internet-Provider, der die Website gehostet hatte, der Verletzung des australischen Copyright-Gesetzes schuldig gemacht habe, weil er nichts gegen die Verlinkung unternommen hatte.

Ingesamt 31 Kläger, darunter sieben internationale Plattenlabels, hatten einem ehemaligen Polizisten vorgeworfen, einen Schaden von mehreren hundert Millionen Dollar verursacht zu haben, weil Links von der von ihm betriebenen Website MP3s4free.net zu illegalen Musik-Download-Diensten führten. Der mitangeklagte ISP COM-Cen soll den Schaden aus eigenem finanziellen Interesse billigend in Kauf genommen haben. Richter Tamberlin begründete seine Entscheidung damit, dass der Website-Betreiber durch seine Links Verletzungen des Urheberrechts autorisiert habe. Der Provider habe die Möglichkeit gehabt, dies zu verhindern, was jedoch unterblieben sei. Die Höhe der Strafe soll in zwei Wochen bekannt gegeben werden. (pmz)

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