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Australien: Wing-Drohnen dürfen erstmals kommerziell Bestellungen ausliefern

Die Google-Schwester Wing hat erstmals eine Genehmigung bekommen, kommerzielle Waren ausliefern. Die Vorgaben sind strikt.

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Australien: Wing-Drohnen liefern erstmals kommerziell Bestellungen aus

(Bild: Wing)

Die Alphabet-Tochter Wing will ab Ende der Woche erstmals kommerziell Waren mit Drohnen ausliefern. Die dazu nötige Genehmigung sei für ein Gebiet im Norden der australischen Hauptstadt Canberra erteilt worden, berichtet die Canberra Times. Vorangegangen war ein mehrmonatiger Test ohne große Zwischenfälle, wie das Blatt schreibt. Trotzdem seien nicht alle Anwohner überzeugt, da sich viele über die Lautstärke der Drohnen beschwert hätten. Ein leiseres Modell solle den Bedenken nun Rechnung tragen.

Per Drohne sollen dem Bericht zufolge nun Speisen, heißer Kaffee, Apothekenwaren und Golfzubehör ausgeliefert werden. Ähnlich war die Auswahl bereits zu Beginn der Testphase im Herbst 2017. Empfänger sind 100 teilnehmende Haushalte in drei Stadtteilen, weitere Gebiete sollen in den kommenden Monaten hinzukommen. Für die Drohne gibt es strikte Vorgaben. Die dürfen demnach keine großen Straßen überfliegen und sich Personen auf dem Boden nicht zu sehr nähern. Außerdem gibt es wochentags vor 07:00 Uhr und am Wochenende vor 08:00 Uhr ein Flugverbot.

Wing setzt in Canberra autonome Drohnen ein, die aber aus der Ferne von Piloten überwacht werden. Die Kamera an Bord sei nur für den Fall, dass die GPS-Navigation versagt, versichert das Unternehmen. Wer den Dienst nicht nutze, sei auf den Bildern nicht zu erkennen und es gebe auch keine Liveübertragung der Aufnahmen zum Kontrollpersonal. Die Drohnen fliegen in ungefähr sieben Metern Höhe über dem Boden, die Lieferungen werden über ein Seil in die Höhe gezogen, beziehungsweise heruntergelassen.

Im Rahmen der vorangegangenen Tests seien mehr als 2000 Lieferungen zugestellt worden, erklären die Verantwortlichen. Mit Abstand am häufigsten sei demnach Kaffee bestellt worden, die schnellste Lieferung erfolgte 2 Minuten und 43 Sekunden nach der Bestellung. Die Macher gehen aber auch auf die Klagen über die Geräusche der Drohnen ein: Zwar seien die Geräte nicht lauter als andere in solchen Vororten, aber der Klang sei für die Anwohner ungewohnt. Deswegen habe man eine leisere Variante entwickelt und die Flüge verlangsamt, um den Geräuschpegel zu reduzieren.

Google hatte schon 2014 öffentlich gemacht, dass der Konzern ähnlich wie Amazon an der Warenzustellung aus der Luft mit Hilfe von Drohnen arbeitet. Später wurde das Vorhaben in dem Konzernbereich Wing gebündelt, der nun zur Google-Mutter Alphabet gehört. Nach den Tests in Australien und weiteren in der USA hat das Unternehmen zuletzt auch in Europa Testflüge aufgenommen. Dafür hat Wing die finnische Hauptstadt Helsinki ausgewählt. (mho)