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Australisches Urteil gegen Links auf nicht-autorisierte MP3-Downloads bestätigt

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Der Federal Court of Australia hat ein Urteil gegen den ehemaligen Polizisten Stephen Cooper bestätigt, der von der australischen Musikindustrie wegen Verlinkung auf MP3-Dateien verklagt worden war. Cooper hatte auf seiner inzwischen abgeschalteten Website MP3s4free.net auf copyright-geschützte Werke im Internet verwiesen, die dort kostenlos erhältlich waren. Das Gericht wies nun eine Berufung gegen ein Urteil vom Sommer vergangenen Jahres zurück.

Das Gericht ließ den von Cooper vorgebrachten Vergleich seiner Website mit derjenigen von Google nicht gelten. Der Suchmaschinenbetreiber konnte in einem von einem Aktfoto-Anbieter angestrengten Verfahren im Februar den Vorwurf des Copyright-Verstoßes durch Thumbnail-Funktionen auf seinen Ergebnisseiten abwehren. Das australische Gericht wies aber darauf hin, dass erstens dieses Verfahren unter US-Gesetzen verhandelt wurde, in denen der Begriff des "fair use" gebräuchlich ist, und zweitens Google nicht darauf spezialisiert ist, Links zu copyright-geschützten Werken abzubilden. Die australische Urheberrechtsexpertin Kimberlee Weatherall weist in ihrem Blog darauf hin, dass demnach in möglichen späteren Verfahren auch der Betrieb einer Suchmaschine dahingehend gewertet werden könnte, dass sie zu Urheberrechtsverletzungen beiträgt.

Neben dem Website-Betreiber wird auch der Internet Service Provider E-Talk/Com-Cen zur Rechenschaft gezogen, der Coopers Website gehostet hatte. Dieser habe ebenso wie Cooper keine ihm verfügbaren Mittel ergriffen, um Copyright-Verletzungen vorzubeugen und stattdessen durch Platzierung von Werbung auf MP3s4free.net finanziell profitiert. Der Provider hat nun die den beteiligten Plattenfirmen entstandenen Gerichtskosten zu tragen. Die Höhe des Schadenersatzes muss noch festgelegt werden. (anw)