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Auswärtiges Amt zum Document Freedom Day ausgezeichnet

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Die Free Software Foundation Europe (FSFE) und der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) haben das Außenministerium für seinen Einsatz für offene Standards wie das Open Document Format (ODF) ausgezeichnet. Vertreter der beiden Vereinigungen überreichten dem IT-Strategen der Behörde, Rolf Schuster, dazu am heutigen Document Freedom Day (DFD) in Berlin einen Brief, ein Buch zu Umbrüchen in der Mediengeschichte sowie eine Torte mit der DFD-Freiheitstaube für Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

In dem Schreiben (PDF-Datei) loben die Aktivisten, dass der SPD-Politiker die Bedeutung eines offenen und ungehinderten Informationsaustauschs erkannt habe. Da viele andere öffentliche und private Einrichtungen nach wie vor auf proprietäre Kommunikationsstandards setzen würden, bleibe für viele Bürger "der Zugang zum Staat und damit auch zum Recht verschlossen". Das Auswärtige Amt erinnerte im Rahmen der Auszeichnung daran, "wie wichtig die freie Verfügbarkeit von Wissen für die Entwicklung einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft ist".

Der am heutigen Mittwoch begangene Document Freedom Day ist ein weltweiter Aktionstag für offene Dokumentenformat-Standards. Über 200 Teams von Freiwilligen in über 60 Ländern verweisen dabei mit Initiativen wie der Ehrung des Auswärtigen Amtes auf die Bedeutung offener Dokumentenformate und allgemein offener Standards. Letztlich geht es den Veranstaltern darum, den Bürger die Kontrolle über ihre in Akten und Datenbanken gespeicherten Informationen selbst in die Hände zu geben.

Das Auswärtige Amt hat sich im Herbst mit der ersten internationalen Anwenderkonferenz für das von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) standardisierte ODF stark gemacht, dem Microsoft mit der eigenen Spezifikation Office Open XML (OOXML) einen zweiten internationalen Dokumentenstandard dazugestellt wissen will. Steinmeiers Haus gilt zudem innerhalb der anderen Ressorts der Bundesregierung generell als führend beim Einsatz freier Software. Momentan werden dort nach den Laptops auch die Arbeitsplatzrechner auf Linux und OpenOffice umgestellt. Der stellvertretende FSFE-Deutschlandkoordinator, Matthias Kirschner, hält das Außenministerium damit für vorbildlich: "Die Verwaltung hat die Pflicht dafür zu sorgen, dass ihre Vorgänge langfristig überprüfbar sind. Dies kann bei elektronischen Daten nur durch offene Standards gewährleistet werden." Andere Behörden sollten sich daher am Auswärtigen Amt ein Beispiel nehmen.

"Der Austausch elektronischer Dokumente zwischen Bürgern und Verwaltungen darf nicht von einzelnen Herstellern abhängig sein", betont auch Stephan Uhlmann vom FFII. Offene Dokumentenstandards würden einen "echten Wettbewerb von Softwarelösungen" erlauben, mit denen die entsprechenden Dateiformate verarbeitet werden können. Davon profitiere gerade auch die europäische Wirtschaft, die durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt sei und bislang oft von marktbeherrschenden Konzernen aus dem Feld gedrängt werde. (Stefan Krempl) / (jk)