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Technology Review

Autobauer kritisieren Brennstoffzelle

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Hochrangige Manager von GM und Toyota haben das Konzept von Brennstoffzellen-Autos am Rande des Genfer Autosalons scharf kritisiert, berichtet das Wall Street Journal. Die jüngsten Entwicklungserfolge bei Lithium-Ionen-Akkus würden wasserstoffgetriebene Autos weitgehend überflüssig machen.

GM-Vizepräsident Bob Lutz erklärte demnach, jüngste Erfolge in der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien würden darauf hindeuten, dass es demnächst möglich sei, 500 Kilometer mit Hybridfahrzeugen zu fahren, bevor man wieder auftanken müsse. "Dann muss man sich doch fragen, wozu braucht man dann noch Brennstoffzellen?" sagte Lutz gegenüber Journalisten. Toyota-Präsident Katsuaki Watanabe schlug in die gleiche Kerbe: Er verwies auf die hohen Kosten der Brennstoffzelle und die fehlende Infrastruktur für die Produktion und Verteilung von Wasserstoff.

Obwohl die Zahl der prototypischen Brennstoffzellen-Fahrzeuge beständig wächst, gilt die Technologie noch immer nicht als ausgereift. Die meisten Probleme haben die Hersteller noch immer damit, dass Brennstoffzellen nur in einem limitierten Temperaturfenster arbeiten, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 03/08.

Hauptsächlich verantwortlich dafür ist das sogenannte Produktwasser. Es entsteht während des Betriebes in der Membran. Kristallisiert es aus, weil die Zelle zu kalt wird, zerstört es die empfindliche Folie. Wird die Zelle zu heiß, trocknet die Membran aus und verliert zu viel ihrer ionischen Leitfähigkeit.

Mitte diesen Jahres will Honda als erster Hersteller trotzdem das Wagnis eingehen: Die Japaner wollen ihr Wasserstoffmodell FCX ab 2008 in einer Kleinserie in Japan und den USA erproben. Da die Fahrzeuge aber noch rund 1,5 Millionen Euro kosten würden, werden sie für 500 Dollar pro Monat an ausgesuchte Tester verleast. "Das wird das erste Wasserstoffauto in Kundenhand sein", sagt Thomas Brachmann, Bereichsleiter Technikkommunikation der Honda R&D Europe. "Klar würden wir es gern auch schon für einen fairen Preis verkaufen, doch so weit ist die Technologie noch nicht." (wst)