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Autodesign mit 437.760 CUDA-Kernen

Auf der GPU Technology Conference im kalifornischen San Jose stellte Nvidia eine der möglichen Anwendungen des neuen Raytracing-Systems Iray VCA vor: die fotorealistische Darstellung eines Autos.

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Nvidia führte zusammen mit Honda auf der GPU Technology Conference ein Anwendungsbeispiel für das gestern vorgestellte Raytracing-System Iray VCA (Visual Computing Appliance) vor. System Engineer Daisuke Ide von Honda steuerte einen Cluster aus 19 Iray-VCA-Systemen, der in Echtzeit ein Auto fotorealistisch und mit physikalisch korrekter Beleuchtung auf die Leinwand bannt.

Das mit insgesamt 437.760 CUDA-Kernen und 1.824 GByte RAM ausgestattete System ermöglicht es nicht nur, das Fahrzeug in beliebige Richtungen zu drehen und in ebenso beliebige Umgebungen einzubauen. Der Honda-Ingenieur schneidet auch vertikale Scheiben davon ab, um so einen Blick auf das Innenleben des Autos freizugeben.

Das fotorealistische Auto (4 Bilder)

Mit einem Cluster aus 19 Iray-VCA-Systemen wird in Echtzeit ein Auto fotorealistisch und mit physikalisch korrekter Beleuchtung auf die Leinwand gebannt. (Bild: Roland Austinat)

Daisuke Ide stoppt diese Operation erst, als Motor und Innenraum des Wagens sichtbar sind. Gelegentliche weiße Punkte verdeutlichen, dass es sich um eine Echtzeitsimulation handelt: Die Lichtstrahlen der Raytracing-Simulation werden konstant auf den neuesten Stand gebracht. Bei einer Milliarde Lichtstrahlen, die teilweise mehrere Tausend Mal reflektiert werden, braucht selbst der Cluster einen Moment.

19 Iray VCAs haben ihren Preis: Stolze 950.000 US-Dollar kostet das System, das bei Honda zum Einsatz kommt. Doch das ist vergleichsweise günstig: Vor sechs Jahren wäre der Cluster, der nach Nvidia-Angaben eine Rechenleistung von einem PetaFLOP besitzt, noch der schnellste Supercomputer der Welt gewesen - und hätte 500 Millionen US-Dollar gekostet.

Verglichen mit Nvidias Quadro-K5000-GPU-Workstation ist ein Iray VCA 40 Mal, verglichen mit einer CPU-basierten Workstation 60 bis 70 Mal schneller. Potenzielle Kunden für das System sind neben Autoherstellern wie Honda auch Spezialeffektstudios wie Industrial Light & Magic oder Animationsfilmstudios wie Pixar. (kbe)