Autoindustrie tritt Smart-Home-Initiative bei

Vernetzte Autos mit der Haussteuerung sprechen zu lassen und E-Autos als Stromspeicher zu nutzen, klingt nach einer guten Idee. Doch dafür fehlen Standards, was die Automobilindustrie nun ändern will.

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Autoindustrie tritt Smart-Home-Initiative bei

(Bild: Continental)

Von
  • Axel Kossel

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat den Beitritt zur EEBus-Initiative erklärt. Deren Ziel ist es, ein technologieneutrales und interoperables Vernetzungskonzept für Smart Home und intelligente Stromnetze (Smart Grid) zu entwickeln, um die Kommunikation zwischen Geräten verschiedener Hersteller und Branchen zu ermöglichen. So könnte ein Auto auf dem Heimweg den Befehl an die Haussteuerung senden, die Raumtemperatur zu erhöhen.

Die Anbindung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb und deren Ladeeinrichtungen in Smart-Home- und Smart-Grid-Systeme sei ein zentrales Thema der EEBus-Initiative, sagte deren Vorsitzender Peter Kellendonk. Die Akkus von Fahrzeuge mit Elektroantrieb könnten als Energie-Puffer genutzt werden. Zum Thema effizientes Laden fand bereits ein Workshop statt, an dem Vertreter einiger Autohersteller teilnahmen.

Der Datenschutz sei ein wichtiges Thema, betonte Kellendonk. In der EEBus-Initiative würden die Unternehmen demokratisch entscheiden, welche Daten sie nutzen möchten. Man wolle verhindern, dass unnötig Informationen an internationale Konzerne und "Datenkraken" gelangen, die Geschäftsmodelle der EEBus-Mitglieder gefährdeten. Man arbeite unter anderem mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammen, das Sicherheitsanforderungen für Smart Grid definiert hat. Alle Spezifikationen sollen Bestandteil internationaler Standards wie IEC (Internationale Elektrotechnische Kommission) und CENELEC (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung) werden.

Bislang erschwert die Vielzahl von Protokollen und Standards in diesem Bereich die Zusammenarbeit verschiedener System. Fast 60**Unternehmen und Verbände unterstützen bereits EEBUS, darunter etwa ABB, Bosch, BSH, E.ON, EnBW, Intel, Kabel Deutschland, Liebherr, Miele, Schneider Electric, SMA, SolarWorld, Telekom, TÜV Süd und TÜV Rheinland, sowie Vaillant. Die EEBus-Initiative kooperiert auch mit anderen europäischen Smart-Home-Initiativen. (ad)