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Automatisches Grenzkontrollsystem für Flughäfen

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Die Berliner Bundesdruckerei und die Essener Secunet haben nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten, ein automatisches Grenzkontrollsystem auf deutschen Flughäfen zu installieren. In einer ersten Lieferung sollen bis Ende 2014 insgesamt 90 elektronische Durchgangsschleusen installiert werden, mit denen Passagiere bei der Ein- und Ausreise automatisch abgefertigt werden können. Der Auftrag inklusive Wartung und Support über zehn Jahre hat einen Umfang von 30 Millionen Euro. Die Gateways kommen zunächst auf den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg zum Einsatz. Der Vertrag sieht eine Option für weitere 180 Anlagen vor.

Vorne kommt der elektronische Ausweis rein, hinten wartet die Kamera – und wenn alles in Ordnung ist, kein Grenzbeamter mehr.

(Bild: Secunet)

Die automatische Grenzkontrolle (Automated Border Control System) soll Reisende in weniger als 30 Sekunden abfertigen können, sofern diese einen elektronischen Reisepass nach ICAO-Norm, den neuen Personalausweis (nPA) oder den elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) besitzen. Im Rahmen des deutschen ABC-Systems soll auch die Automatisierte Grenzkontrolle (PDF-Datei) für Vielreisende integriert werden, die ihre Fingerabdruckdaten hinterlegt haben. Hierdurch erhofft man sich eine weitere Leistungssteigerung der Grenzkontrolle.

Am Eingang des von oben gut ausgeleuchteten Gateways wird eines dieser Dokumente in das Lesegerät gesteckt. Dann schreitet der Passagier durch den Laufgang, während sich am Ende die Kamera in der Höhe seines Gesichtes positioniert und den Abgleich von Kamerabild und dem auf den Chips gespeicherten biometrischen Foto vornimmt. Dem Grenzbeamten im Hintergrund zeigt ein Fortschrittsbalken, wie gut die Erkennungsleistung ist. Öffnet sich die Tür des ABC-Gates, kann der Reisende weitergehen oder wird zu einem Beamten zwecks weiterer Prüfung geleitet.

Als Konsortialführer liefert die Bundesdruckerei die Technik zur Dokumentenprüfung und das Fingerabdrucksystem AFIS. Von Secunet kommt die Hard- und Software zur biometrischen Verifizierung mittels Gesichtserkennung und Fingerabdruckprüfung hinzu. Secunet liefert auch die Monitoring-Systeme, die es gestatten, dass ein Beamter der Bundespolizei gleichzeitig vier Gateways überwachen kann. Die Kameras kommen von Cognitec, der Gateway-Bau erfolgt bei der Magnetic Autocontrol in Pforzheim. Dort muss entsprechend der Auftragsbeschreibung noch ein für Rollstuhlfahrer geeignetes Gateway entwickelt werden.

[Update 23.08.2013 08:01]

Das Fingerabdrucksystem AFIS ist nicht wie gemeldet Bestandteil der ersten Lieferung. Es soll zu einem späteren Zeitpunkt installiert werden, wenn auch das Frequent-Traveler-System EasyPass in das eGate installiert wird.

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