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Technology Review

Automatisierte Wachmänner: Sicherheitspatrouille Roboter

Die kalifornische Jungfirma Knightscope will unbewaffnete Sicherheitsleute in den nächsten Jahren gegen Automaten ersetzen. Bei Microsoft im Silicon Valley sind die Wachroboter bereits im Einsatz.

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Start-up lässt Roboter patrouillieren

Der K5 erinnert ein wenig an "Doctor Who".

(Bild: Hersteller)

Ein Start-up aus Mountain View verkauft Roboter, die Firmen als Ersatz für Wachpersonal dienen sollen. Der erste Sicherheitsroboter von Knightscope mit der Bezeichnung K5 wird seit 2013 entwickelt und ist mittlerweile unter anderem bei der Silicon-Valley-Niederlassung des Softwareriesen Microsoft im Einsatz, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Insgesamt sieben nutzbare K5 gibt es derzeit. Bis Ende dieses Jahr sollen vier weitere bei einer noch ungenannten Technologiefirma in der Gegend zum Einsatz gebracht werden. Sie sind darauf ausgelegt, ungewöhnliches Verhalten zu entdecken, etwa wenn jemand nachts durch ein Gebäude geht – und dann Bericht an ein Sicherheitszentrum zu erstatten.

Um die Arbeit zu übernehmen, die normalerweise menschliches Wachpersonal erledigt, haben die K5s Kameras, Sensoren, Navigationstechnik und Elektromotoren eingebaut – zusammen mit einer großen Batterie und einer Recheneinheit verpackt in den kuppelförmigen Körper. Es gibt vier hochauflösende Kameras (eine an jeder Seite), eine Kamera speziell zur Kennzeichenerkennung, vier Mikrofone und einen Wettersensor (der aussieht wie ein DVD-Schlitz), der Luftdruck, Kohlendioxidniveau und Temperatur misst. Über WLAN oder ein anderes drahtloses Datennetz kommunizieren die Roboter untereinander und mit menschlichen Bedienern, die Kameras, Mikrofone und andere Datenquellen auf Entfernung nutzen können.

Als Vollersatz für Wachleute – in den USA waren laut dem Bureau of Labor Statistics des US-Arbeitsministeriums im vergangenen Jahr mehr als eine Million davon beschäftigt – sind Knighscope-Roboter derzeit noch nicht vorgesehen, doch was nicht ist, kann noch werden. Denn sie sollen pro Stunde nur 6,25 Dollar kosten, weniger als die Hälfte des üblichen Gehalts für menschliche Aufpasser. Mit einer Batterieladung funktionieren die Roboter bis zu 24 Stunden lang. Sie überwachen ihren Ladungszustand selbst und rollen bei Bedarf selbstständig zu einer Ladestation. Waffen tragen sie nicht.

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(bsc)

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