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Technology Review

Automatisierung als Lösung für Wikipedias Probleme mit Freiwilligen?

Weil die Wikipedia an ihre Grenzen stößt, sollen Bots das Online-Lexikon weiterschreiben. Die Idee ist umstritten.

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Diskussion über Automatisierung der Wikipedia

(Bild: Frank Heymann)

Weil das Wikipedia-Projekt nicht genügend Freiwillige findet, soll jetzt Software das Versprechen vom universellen, freien Zugang zu Wissen einlösen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe (im Handel erhältlich und im heise shop zu bestellen). "Die Automatisierung ist die einzige Möglichkeit, um 300 Sprachversionen der Wikipedia aktuell zu halten", sagt der Informatiker und Ontologe Denny Vrandečić, Gründer der Datenplattform Wikidata.

Eine zentrale "interlinguale Wikipedia" soll den Kern der einzelsprachlichen Enzyklopädien bilden. Sie erfasst Objekte aus Wikidata und anderen Quellen und erstellt intern Artikel in universalsprachlicher Form. Dazu soll sich das Interlingua-Wiki eines semantischen Regelwerks bedienen, das jede denkbare sprachliche Bedeutung ausdrücken kann und Doppeldeutigkeiten natürlicher Sprachen vermeidet – eine wichtige Voraussetzung zur maschinellen Lesbarkeit.

Noch ist das Projekt in der Planungs- und Prototypenphase. Wie bei der Etablierung von Wikidata hofft Vrandečić auf einen Konsens in der Wikipedia-Gemeinschaft und Gelder von der Wikimedia Foundation. Viele Wikipedia-Autoren sehen eine umfassende Automatisierung der Online-Enzyklopädie allerdings kritisch.

"Das ist ein sehr kontroverses Thema innerhalb der Wikimedia", sagt Wikidata-Projektmanagerin Lydia Pintscher. "Wir müssen es – insbesondere mit Wikidata-Unterstützung – attraktiver machen, in Wikipedia zu editieren." Maschinengeschriebene Texte hätten zudem noch eine zu geringe sprachliche Qualität. Darunter leide das Bild der Wikipedia als vertrauenswürdige, hochwertige Wissensquelle.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Technology Review (im Handel erhältlich und im heise shop bestellbar). (Anton Weste) / (jle)

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