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Technology Review

Autonome Autos: Tests mit Gelähmten in Nevada geplant

Im US-Bundesstaat Nevada könnten erstmals Menschen hinter dem Steuer sitzen, die bei einem drohenden Unfall nicht mehr sofort selbst eingreifen können.

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Der Wüstenstaat verfügt schlicht über genügend Platz, um die Roboter-Autos relativ gefahrlos auf die Straßen zu schicken.

(Bild: Bruce Fingerhood / Flickr / cc-by-2.0)

In Nevada soll weltweit zum ersten Mal ein Gelähmter hinter dem Steuer eines autonomen Autos sitzen. Im Juli will das staatliche Verkehrsamt einem Hersteller aus Colorado die entsprechende Lizenz erteilen. Das erklärte Jude Hurin, der für die Genehmigung der Roboter-Fahrzeuge zuständig ist, gegenüber Technology Review (aktuelle Ausgabe ab sofort am Kiosk oder hier zu bestellen).

Welches Unternehmen es sein wird, verrät er noch nicht – wohl aus gutem Grund: "Das wird Wellen machen", meint Hurin "Wir werden eine Kampagne starten, um die Öffentlichkeit darauf einzustimmen, dass wir hier Neuland betreten."

Nevada verfolgt schon heute eine sehr aufgeschlossene Politik gegenüber selbstfahrenden Autos. Wer eine Lizenz für bis zu drei Wagen bekommen möchte, muss bei Hurins Behörde lediglich einen zehn Seiten langen Antrag samt Unterlagen einreichen. Werden die Unterlagen als ausreichend angesehen, folgt ein paar Wochen später eine kurze Testfahrt.

Bislang wurde noch kein Antrag abgewiesen. "Wo sie fahren, wie viel sie fahren, was sie genau testen – das ist einzig und allein Angelegenheit der Unternehmen", sagt Hurin. Mit der Politik will sich Nevada als Labor für den Verkehr der Zukunft etablieren.

In Kalifornien unterhalten zwar viele Hersteller ihre Forschungslabore, der Bundesstaat legt den Firmen beim Testen ihrer Gefährte jedoch strenge Dokumentationspflichten auf. "Man kann entweder den kalifornischen Weg gehen und im Namen des Verbraucherschutzes alles bürokratisieren", betont Hurin. "Oder man kann Dinge vereinfachen, solange die Straßensicherheit gewährleistet ist."

In Nevada fällt die Vereinfachung allerdings deutlich leichter: Der Wüstenstaat verfügt schlicht über genügend Platz, um die Roboter-Autos relativ gefahrlos auf die Straßen zu schicken. Sieben Hersteller testen derzeit ihre Modelle. Audi, VW, Daimler, Hyundai und Kia besitzen Genehmigungen für das 8.700 Kilometer lange Autobahnnetz, Google und der Zulieferer Delphi sogar für den städtischen Verkehr.

Mehr dazu lesen Sie in der neuen Ausgabe der Technology Review (ab sofort im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder online im heise shop zu bestellen).

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(jle)