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Autonome Autos: Uber will Fußgänger mit Lichtern, Tönen und Hinweisbildern warnen

Uber hat Ideen entwickelt, wie autonome Autos Fußgänger informieren oder warnen können - mit Tönen, Leuchtstreifen und Projektoren. Ein Patentantrag dazu ist jetzt veröffentlicht.

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Verwirrende Verkehrszeichen

(Bild: Foo Conner CC BY 2.0)

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Der US-amerikanische Fahrdienstvermittler Uber will autonome Autos mit vielseitigen Hinweissystemen versehen, die Passanten informieren und warnen sollen. Dazu hat das Unternehmen im November 2017 einen Patentantrag eingereicht, der jetzt veröffentlicht wurde.

Der Antrag beschreibt etwa Lichtstreifen an den Sensoraufsätzen auf den Fahrzeugen, blinkende Abbiegesymbole in den Außenspiegelgehäusen sowie Anzeigetafeln an den Fahrzeugseiten und den Stoßstangen. Außerdem zeigt der Antrag Projektoren, die vor und neben dem Fahrzeug Bilder auf die Straße werfen können, etwa Abbiegepfeile oder eine Art Zebrastreifen, der Fußgängern signalisieren soll, dass sie nun gefahrlos die Straße vor dem haltenden Fahrzeug überqueren können. Genehmigt ist der Patentantrag noch nicht, derzeit läuft die Beurteilungs- und Einspruchsfrist.

Autonome Autos: Uber will Fußgänger mit Licht und Tönen warnen (3 Bilder)

Der Aufsatz mit den Sensormodulen auf den Fahrzeugen soll mit einem Lichtstreifen versehen werden, der anderen Verkehrsteilnehmern Hinweise geben kann.
(Bild: Uber / US Patent and Trademark Office (uspto.gov))

Subtile menschliche Zeichensprache fehlt

Ungeachtet aller Fortschritte beim autonomen Fahren fehlen Computersystemen subtile menschliche Kommunikationsmittel im Straßenverkehr wie Blickkontakt, Handzeichen oder die Lichthupe – das Setzen des Blinkers beim Abbiegen allein reicht nicht aus. Uber entwickelt eine Art Sprache, über die sich autonome Fahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmern verständigen können, sagt der Produktdesigner Sean Chin dem Magazin The Verge. Der Patentantrag beschreibe demnach keine endgültige Implementierung, sondern eher ein Framework, mit dem man weiter arbeiten könne, erklärte Chin.

Uber hatte erst kürzlich einen Rechtsstreit mit der Alphabet-Tochter Waymo über selbstfahrende Autos beigelegt. Waymo hatte Uber vorgeworfen, bei seinen autonomen Fahrzeugen gestohlene Waymo-Betriebsgeheimnisse verwendet zu haben. Der ehemalige Waymo-Entwickler Anthony Levandowski war zwischenzeitlich Entwicklungschef bei Uber geworden und soll die Informationen weitergegeben haben. Uber hatte Levandowski Mitte 2017 gefeuert.

Google und Mercedes tüfteln auch

Auch Google hat sich bereits 2015 zu diesem Thema Gedanken gemacht und ein Patent auf Infotafeln an der Fahrzeugfront und den Seiten zugesprochen bekommen, über die Fußgänger Hinweise erhalten können. Mercedes-Benz hatte auf der CES 2015 das Forschungsfahrzeug F 015 vorgestellt. Es besitzt vorne und hinten ins Fahrzeug-Design eingepasste Leuchtflächen, die Passanten informieren oder warnen sollen.

Forschungsfahrzeug für autonomes Fahren Mercedes F 015 (7 Bilder)

Kommunikation mit Fußgängern

Ein mittlaufender blauer Lichtbalken an der Front signalisiert, dass das autonom fahrende Auto den Fußgänger erkannt hat. Der darf jetzt sicher sein, nicht überfahren zu werden.
(Bild: Mercedes-Benz)

(tiw)

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