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Autonome Fahrzeuge: Notfallprogramm für menschliche Fehler und unvermeidbare Unfälle

Dass autonome Fahrzeuge kommen, ist für einige Autohersteller so klar wie das Amen in der Kirche. Wie allerdings menschliche Fehler einberechnet werden müssen und wer etwa bei einem Unfall Schuld hat - Auto oder Mensch - wird erforscht und diskutiert.

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Google-Auto

Vom vernetzten zum autonomen Auto

Die Stimmung ist eindeutig: Beim autonomen Fahren geht es nur noch um das "wann" und "wie" und nicht mehr um das "ob". Jetzt können sich die Anbieter auf das Lösen der neuen Probleme konzentrieren, die selbstfahrende Autos mit sich bringen. Wie ist etwa mit menschlichen Fehlern umzugehen? Dazu gehört, die Rolle des Menschen am Steuer zu klären.

Im Moment heißt es, der Fahrer solle jederzeit bereit sein, die Steuerung seines Automobils wieder selbst zu übernehmen. Aber genauso klar ist auch, dass es selbst erfahrenen Autofahrern schwer fallen wird, sich im Verkehrsgeschehen zurechtzufinden. Die Industrie sucht nach Antworten. "Wir müssen erst einmal feststellen, ist der Mensch überhaupt in der Lage, wieder die Verantwortung zu übernehmen", sagt Ralf Lenninger vom Autozulieferer Continental.

Continental entwickelt deshalb Systeme zur Fahrerbeobachtung. Dabei kommen Kameras zum Einsatz, aber auch die Position im Sitz wird ausgewertet. Aus den Daten wird eine Reaktionszeit prognostiziert. Sie kann extrem gering sind - aber auch bei 13 bis 15 Sekunden liegen, wenn der Mensch am Steuer eingenickt sein sollte. Für solche Fälle wird ein "Notfallprogramm" benötigt - zum Beispiel dass das Auto einen Warnblinker einschaltet und an den Straßenrand fährt.

Der Internet-Riese Google, der seit 2009 an selbstfahrenden Autos arbeitet, entschied sich für eine radikalere Lösung. Die zukünftigen Google-Autos sollen ganz ohne Pedale und Lenkrad auskommen und die Kontrolle komplett beim Computer liegen. "Es war eine schwierige Entscheidung", räumt Chefentwickler Chris Urmson ein. "Aber wenn sie in einem Auto sitzen, dass die ganze Zeit von allein alles richtig macht, schwindet Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Sie sich dann plötzlich ins Verkehrsgeschehen einschalten müssen, haben Sie nicht den Überblick über die Situation, wie Sie ihn üblicherweise hätten."

Waymos autonome Fahrzeuge (12 Bilder)

Alphabets eigenentwickeltes Auto kurvt autonom durch Mountain View in Kalifornien.
(Bild: Google.)

Google setzt deshalb noch an anderer Stelle an. Zwar sollen Fahrerinnen und Fahrer nicht in das Geschehen eingreifen können, Fußgänger sollen aber von Autos Nachrichten erhalten können, um dann zu reagieren. Die Autos sollen über Displays an Front und Seitentüren Botschaften wie "Stop" anzeigen.

Daraus entstehen auch die nächsten Fragen: Wie soll sich ein Computer in einer nicht mehr vermeidbaren Unfall-Situation verhalten? Wen soll er zuallererst schützen? Google will dieses auch ethische Problem mit Algorithmen lösen. "In unserem Fall versucht das Auto zuallererst, Fußgängern und Radfahrern auszuweichen", sagt Entwickler Urmson. "Dann vermeidet es den Kontakt mit anderen fahrenden Fahrzeugen. Und erst an dritter Stelle kommen stillstehende Objekte wie Bäume."

Autonomes Auto durchquert die USA (6 Bilder)

Am Sonntag ging es los.
(Bild: Delphi)

Der schwedische Autobauer Volvo, inzwischen in chinesischer Hand, preschte jüngst mit einem radikalen Lösungsvorschlag für eine damit verbundene zentrale rechtliche Frage vor. Volvo will bei eventuellen Unfällen mit seinen selbstfahrenden Fahrzeugen die volle Haftung übernehmen. Nach bisherigen Regelungen sind die Fahrer am Steuer verantwortlich.

Bei Continental hofft man auf die Fähigkeit der Software, Unfälle zu vermeiden. "Wenn ich ein selbstfahrendes Auto habe, werde ich in eine solche Situation gar nicht erst kommen", sagt Lenninger. "Das ist ja schließlich der Gag am selbstfahrenden Auto."

Autonome Autos kommen (28 Bilder)

Im Herbst 2015 stattete Tesla sein Model S per Software-Update mit einem Autopiloten aus.
(Bild: Tesla)

(kbe)

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