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Autonome S-Bahn soll ab 2021 in Hamburg fahren

In Hamburg soll die erste automatisierte S-Bahn 2021 rollen. Die Stadt, die Deutsche Bahn und Siemens stellen hierfür die Weichen.

Autonome S-Bahn soll ab 2021 in Hamburg fahren

Blick in den Hamburger Hauptbahnhof.

(Bild: Deutsche Bahn)

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Die Pilotstrecke für die erste führerlose S-Bahn in Deutschland soll 2021 in Hamburg in Betrieb gehen. Das haben die Hansestadt, der Elektrokonzern Siemens und die Deutsche Bahn als Betreiberin der S-Bahn mit einer am Donnerstag unterzeichneten Kooperationsvereinbarung "Digitale S-Bahn Hamburg" beschlossen. Die Kosten für das Projekt von rund 60 Millionen Euro wollen sich die Kooperationspartner teilen, geht aus einer Mitteilung der Bahn hervor.

Vorgesehen ist, den 23 Kilometer langen Streckenabschnitt auf der S-Bahn-Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle im Osten der Stadt für das hochautomatisierte Fahren technisch einzurichten. Entsprechend werden auch vier Fahrzeuge der Baureihe 474 ausgerüstet. Angewandt werden die Zugsteuerungssysteme ATO (Automatic Train Operation) und das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System).

Der Triebfahrzeugführer werde aber für Betriebsstörungen oder Gefahrensituationen weiterhin mit an Bord bleiben, sagte der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla. Außerhalb des digitalisierten Streckenabschnitts soll der Zugführer den Zug wie bisher weiter steuern. Vollautomatisch sollen die Züge aus und in die Abstellanlage an der Station Bergedorf rollen. Ziel sei, bis zum Weltkongress für Intelligente Transportsysteme (ITS) im Oktober 2021 in Hamburg die Strecke in Betrieb zu nehmen.

(Bild: Deutsche Bahn)

Fahrten auf automatisierten Strecken sollen mit der Technik enger getaktet werden können, erwartet wird ein Kapazitätszuwachs von rund 20 Prozent. "Das schauen wir uns mit dem Pilotprojekt genauer an", sagte S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke. Ist die Pilotphase erfolgreich, soll das gesamte S-Bahn-Netz digitalisiert werden. Ziel sei, die S-Bahn effizienter in das Hochbahn-Netz zu integrieren. Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch verwies zudem auf einen sinkenden Energieverbrauch und geringere Betriebskosten.

Im Gegensatz zu fahrerlosen U-Bahn-Systemen wie zum Beispiel in Nürnberg soll in Hamburg europäisch standardisierte Technik verwendet werden. So könne sie auch in weiteren Regionen verwendet werden, schreibt die Bahn. Auch unterschieden sich Betriebsordnungen und gesetzliche Grundlagen für U-Bahn-Systeme von Vollbahn-Systemen wie der S-Bahn. Für das Projekt in Hamburg sei in weiten Teilen eine Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt notwendig.

DB-Vorstand Pofalla bezeichnete das Vorhaben als einen Meilenstein im DB-Zukunftsprogramm "Digitale Schiene Deutschland". Die Kosten für einen bundesweiten Einbau der entsprechenden Technik hält er im Vergleich zum Gleisbau für überschaubar. Nach seiner Einschätzung sind hierfür von 2020 bis 2025 rund 3 Milliarden Euro zu veranschlagen. Ein erfolgreiches Hamburger Pilotprojekt könne zum Exportschlager für Deutschland werden, ergänzte Pofalla. (mit Material der dpa) / (anw)

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