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Autonomes Fahren: "Digitales Testfeld Autobahn" startet

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat mit Vertretern der Auto- und IT-Industrie den Probebetrieb von Roboterautos auf einem Teilstück der A9 in Bayern freigegeben und sprach von einem Meilenstein der Automobil-Entwicklung.

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VDA-Chef Matthias Wissmann, Minister Alexander Dobrindt, Bitkom-Chef Thorsten Dirks und Marcel Huber, Leiter der Bayrischen Staatskanzlei.

(Bild: heise online/Krempl)

Dem im Januar angekündigten Pilotprojekt "Digitales Testfeld Autobahn" auf der A9 in Bayern steht nichts mehr im Wege. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat am Freitag in Berlin gemeinsam mit Matthias Wissmann, dem Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Thorsten Dirks, dem Chef des Digitalverbands Bitkom, sowie dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Marcel Huber, eine "Innovations-Charta" für das Vorhaben unterzeichnet.

Mit der Vereinbarung haben die Unterzeichner den Startschuss für den Probebetrieb von Roboterautos auf dem vorgesehenen Streckenbereich zwischen München und Nürnberg auf rund 160 Kilometern gegeben. Dabei handelt es sich nach Angaben Dobrindts um ein "technologieoffenes Angebot an Industrie und Forschung". Es solle den Test von automatisiertem Fahren im realen Verkehr ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf "Car-to-Car-" und "Car-to-Infrastructure"-Kommunikation.

"Die Daten, die wir erheben, stellen wir in einer Mobility-Cloud zur Verfügung", versicherte der Christsoziale. Die geplante "lückenlose Abdeckung von Highspeed-Mobilfunk" werde zunächst auf 4G-LTE-Basis erfolgen, in Kürze "wollen wir den 5G-Standard anbieten". Die Kosten für das Gesamtprojekt seien schwer zu beziffern, da sie von allen Partnern getragen würden. Der Bund bringe zunächst 25 Millionen Euro für die Sensorik auf. Die Nachrüstung der Autobahnen mit der intelligenten Technik werde sich aber einige Zeit hinziehen und ständige Investitionen erfordern.

Mitte des Monats will Dobrindt eine "umfassende Strategie" zu noch offenen rechtlichen Fragen für den Betrieb selbstfahrender Autos auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) vorstellen. Er habe dort auch ein Treffen mit den G7-Verkehrsministern anberaumt, um eine gemeinsame Linie für internationale Gremien auszuarbeiten.

Die Entscheidung des Bayern, für das Projekt nur auf die A9 zu setzen, ist umstritten: der Bundesrat drängt auf weitere Probeläufe auch in anderen Bundesländern. Noch streitet sich die Politik auch über Haftungsfragen. Andere Staaten haben das Zukunftsthema ebenfalls im Visier und wollen auf dem Feld eine Führungsrolle übernehmen. (vbr)