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Technology Review

Autonomes Hausboot für Hoyerswerda

Auf einem See in der Lausitz wollen Forscher ein neuartiges Schwimmhaus testen, das nahezu vollständig autark ist.

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Autonomes Hausboot für Hoyerswerda

Ein Wissenschaftlerteam mehrerer Fraunhofer-Institute und Hochschulen arbeitet an einem autonom agierenden Hausboot, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Autark leben auf dem Wasser"). Das System soll bis 2017 auf einem See nordwestlich von Hoyerswerda getestet werden und eignet sich für Umgebungen ohne Strom- und Abwasseranschluss.

Die Energie für das sogenannte Autartec-Hausboot kommt aus Solarzellen und Lithium-Ionen-Akkus. Als Heizung dient ein Salzhydrat-Kamin. Brennt das Feuer, wird das Salzhydrat flüssig und nimmt Wärme auf, die sich nahezu unbegrenzt speichern lässt. Um die Energie wieder abzugeben, treten funkbasierte "Kristallisationsauslöser" in Aktion – ähnlich wie beim Taschenwärmer. Zudem gibt es noch eine integrierte Beheizung über die Pontons des Hausboots nach einem anderen Verfahren, die sich auch für den Winter eignen soll.

"Solche energieautarken schwimmenden Häuser gibt es noch nicht", sagt Autartec-Projektkoordinator Professor Matthias Klingner vom Fraunhofer IVI. Viele Seen in der Lausitz seien von Infrastrukturen wie Wasser- und Energieversorgung abgeschnitten. "Für dieses Umfeld wollen wir eine Lösung finden."

Wasch- und Toilettenwasser wird getrennt in geschlossenen Kreisläufen wiedergewonnen. Um das Schiff auch phasenweise nutzen zu können, etwa als Ferienhaus, soll sich die Wasseraufbereitung per Knopfdruck ein- und ausschalten lassen. Bei einer biologischen Kläranlage wäre das nicht möglich.

Daher setzen die Forscher allein auf eine chemische und physikalische Wasseraufbereitung – unter anderem durch Photokatalyse, Elektrochemie und selbst entwickelte Keramikmembranen. Etwa viermal im Jahr muss die übrig gebliebene Festmasse entsorgt werden.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

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